Konklave wird in drei Wochen zusammengerufen
Der Raum für Gefühle ist eng

Der Tod des Papstes kommt nicht überraschend. Menschen, Medien und Kirche haben sich lange auf den Tag vorbereitet.

ROM. Fabio Spada Sermonti steht an der Ecke der Via della Conciliazione, direkt am Petersplatz. Er klebt am Handy, ohne Pause, seit die Nachricht vom Tod des Papstes die Fernseh- und Radioprogramme auf der Welt unterbrochen hat. „Ich kommentiere live, erzähle alles, was ich sehe und was ich weiß“, erklärt der Italien-Korrespondent des britischen Privatsenders ITV zwischen zwei Schaltungen. Alles muss schnell gehen jetzt. Während er die ersten Eindrücke weitergibt, ist sein Kamerateam auf dem Platz unterwegs und interviewt die Menschen, die hier zusammengeströmt sind.

Die Stimmung ist gedrückt, viele schauen zu dem Fenster rechts oben im zweiten Stock des Palastes, wo sich Johannes Paul II. noch vor kurzem mit schmerzerfülltem Gesicht gezeigt hatte. „Richtig voll wird es erst morgen, wenn der Papst im Petersdom aufgebahrt wird und alle von ihm Abschied nehmen“, sagt Alvaro Minati, der wie jeden Tag seit 30 Jahren vorne rechts auf dem Petersplatz Rosenkränze und Medaillen verkauft. Er kann sich noch an den Tod von Paul VI. erinnern, und den von Johannes Paul I., der nur 33 Tage im Amt war. Das war 1978. „Alle kommen, der Präsident, die Politiker und zuerst die Einwohner des Borgo Pio, des Viertels hier.“ Neun Tage dauern die offiziellen Trauerfeierlichkeiten.

Im Vatikan ist Kardinal Eduardo Martinez Somalo jetzt der wichtigste Mann. Der 77-Jährige Spanier bekleidet seit April 1993 das Amt des Camerlengo, des Kardinalkämmerers. Er muss nach dem festgeschriebenen Protokoll den Tod des Papstes offiziell feststellen, er nimmt ihm den Fischerring, das Symbol der päpstlichen Macht, vom Finger und zerbricht ihn, er ruft das Konklave ein, das jetzt den 264. Nachfolger von Petrus wählen muss. Es tritt innerhalb der nächsten 16 bis 19 Tage zusammen. Die 117 wahlberechtigten Kardinäle sind schon auf dem Wag nach Rom. Italienische Vatikan-Experten haben keinen Zweifel: Der nächste Papst ist Italiener oder kommt aus Lateinamerika, der Region mit den meisten Katholiken.

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