Konsequenz aus dem Fährunglück
Südkorea will Küstenwache auflösen

Als Reaktion auf den Untergang der Fähre „Sewol“ hat Präsidentin Park Geun Hye die Auflösung der Küstenwache angekündigt. Sie entschuldigte sich erneut und übernahm die Verantwortung für schlechtes Krisenmanagement.
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SeoulNach dem verheerenden Fährunglück hat die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye die Auflösung der Küstenwache angekündigt. Sie reagierte damit auf die massive öffentliche Kritik an der Rettungsaktion des in Seenot geratenen Schiffes. Bei dem Unglück im April kamen mehr als 300 Menschen ums Leben.

„Die Rettungsaktion der Küstenwache war faktisch ein Versagen“, erklärte Park am Montag in ihrer ersten Fernsehansprache an die Nation seit der Havarie am 16. April. Sie werde ein Gesetz vorantreiben, mit dem die Zuständigkeiten der Küstenwache auf die Polizei und eine neu zu gründende Regierungsorganisation übertragen würden. Der Plan der Präsidentin benötigt nach Angaben ihres Büros die Zustimmung des Parlaments.

Park entschuldigte sich erneut für das Verhalten der Regierung im Umgang mit dem Unglück. „Letztlich liegt die Verantwortung für den nicht angemessenen Umgang mit diesem Vorfall bei mir“ sagte sie. Zum Abschluss ihrer Rede las sie sichtlich emotional die Namen von Passagieren und Besatzungsmitgliedern vor, die bei dem Versuch, andere zu retten, ums Leben kamen.

Seit dem Untergang der „Sewol“ am 16. April haben die Einsatzkräfte 286 Leichen geborgen. 18 Personen gelten noch als vermisst. 172 Menschen, darunter 22 Besatzungsmitglieder, überlebten das Unglück. 15 Crew-Angehörige, die für die Navigation der Fähre verantwortlich waren, wurden vergangene Woche angeklagt.

Ein Sprecher der wichtigsten Oppositionspartei, Park Kwang On, sagte, das Vorhaben, die Küstenwache aufzulösen, erwecke den Eindruck, die Regierung schiebe jegliche Verantwortung für das Fährunglück auf die Küstenwache. „Die Diagnose (des Problems) ist unzureichend und die Abhilfe ist mangelhaft“, sagte er.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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