Korkernte in Portugal
„Am Klang meiner Axt höre ich, wie tief ich schlagen kann“

Korkbäume sind empfindlich und müssen per Hand mit viel Gefühl und Erfahrung geerntet werden. Nur ein Drittel der Ernte eignet sich für den Naturkorken und wird in der Produktion wieder und wieder getestet.
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Wer je in Portugal in Urlaub war, weiß, dass aus Kork nicht nur Weinverschlüsse hergestellt werden. Jeder Souvenirshop bietet Schuhe, Handtaschen, Schmuck, Geldbörsen und viel mehr aus dem Material, das zu Portugal gehört, wie der Stier zu Spanien. Die Hälfte der weltweiten Korkproduktion stammt aus dem kleinen Land.

Der wertvolle Rohstoff ist ein Alleskönner: Ein Quadratzentimeter Kork besteht aus 40 Millionen Zellen. Ein Korken passt sich deshalb haargenau der Weinflasche an und verschließt sie sicher. Er ist darüber hinaus leicht, flexibel, wasserabweisend, isolierend und dämmend.

Die US-Weltraumbehörde NASA verwendet ihn für die Isolierung ihrer Raketen, die spanische Jahrhundertkirche Sagrada Familie wählte Kork als Bodenbelag für ihre Krypta und ein portugiesischer Rennstall beschlägt damit die Hufe seiner Pferde.

Trotzdem steckte die Korkindustrie um die Jahrtausendwende in der Krise. Der Naturkorken, der aus einem einzigen Stück Rinde besteht und das Brot- und Buttergeschäft der Branche darstellt, war in Verruf geraten. Ein Teil enthielt einen Stoff namens Trichloranisol (TCA), der dem Wein den unerwünschten Korkgeschmack verleihen kann.

Über die Menge der geschädigten Flaschen gehen die Angaben weit auseinander – die Korkindustrie spricht von zwei Prozent, amerikanischen Winzer von bis zu 20 Prozent.

Einige stellten auf Plastikkorken oder Drehverschlüsse um, die heute einen Marktanteil von einem Drittel haben. Doch auch die Kork-Produzenten reagierten. Sie modernisierten ihre oft veralteten Produktionsverfahren, investierten in neue Maschinen und bessere Kontrollverfahren. Der TCA-Wert sank deutlich und der Absatz stieg wieder.

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Nur ein Drittel der Ernte eignet sich für Naturkorken

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Kork ist umweltfreundlich

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