Korruptionsprozess
Taiwans First Lady bricht vor Gericht zusammen

Die wegen Korruption angeklagte Ehefrau des taiwanesischen Präsidenten Chen Shui-bian hat zum Prozessauftakt einen Schwächeanfall erlitten. In dem Verfahren, das bei einem Schuldspruch zum Rücktritt des Präsidenten führen könnte, hatte sich Wu Shu-chen zuvor für „nicht schuldig“ erklärt.

HB TAIPEH. Die Anklage wirft ihr Unterschlagung von 14,8 Millionen Taiwan-Dollar (345 000 Euro) aus einem staatlichen Sonderfonds vor. Es gebe auch Beweise für eine Verwicklung des Präsidenten, der aber durch Immunität kraft seines Amtes vor Strafverfolgung geschützt ist.

Die seit einem Verkehrsunfall vor 21 Jahren im Rollstuhl sitzende 53-Jährige wurde im Gerichtssaal plötzlich ohnmächtig und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Radio und Fernsehen berichteten, dass Wu Shu-chen unter niedrigem Blutdruck und langsamem Herzschlag leide. Ursache sei das lange Sitzen im Gerichtssaal. Seit Beginn der Korruptionsaffäre war die Präsidentenehefrau stark abgemagert.

Ihre Gesundheitsprobleme könnten Auswirkungen auf den weiteren Verlauf des Verfahrens haben, das der regierenden Fortschrittspartei (DPP) schon schwer geschadet hat. Chen Shui-bian hat die Vorwürfe zurückgewiesen und angekündigt, bei einem Schuldspruch gegen seine Frau zurückzutreten. Bei einer Verurteilung drohen ihr mindestens sieben Jahre Haft. Sie soll mit Quittungen zu Unrecht Ausgaben geltend gemacht haben, die ihr aus dem Fonds für die geheimen Bemühungen Taiwans um diplomatische Anerkennung erstattet wurden.

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