Krebsleiden: DDR-Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley gestorben

Krebsleiden
DDR-Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley gestorben

Die DDR-Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley ist tot. Sie erlag am Samstagmorgen im Alter von 65 Jahren einem Krebsleiden, wie die Robert-Havemann-Gesellschaft in Berlin mitteilte, deren Beiratsmitglied sie war. Kanzlerin Merkel sprach von einer bedeutenden Stimme der Freiheit.
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HB BERLIN. Bohley gehörte zu den führenden Oppositionellen gegen das SED-Regime und hatte auch im Gefängnis gesessen. 1989 gründete sie die Bürgerbewegung Neues Forum mit. Nach dem Mauerfall organisierte die Künstlerin in den 1990er Jahren in ihrer Berliner Wohnung „Montagsrunden“, um zu verhindern, dass alte DDR-Seilschaften wieder mächtig werden.

Der Name der Bürgerrechtlerin ist mit dem Sturz des SED-Regimes in der DDR untrennbar verbunden. Die 1945 geborene Berlinerin hatte seit 1974 als freischaffende Malerin und Grafikerin in ihrer Heimatstadt gelebt. 1983/84 kam sie erstmals in sechswöchige Untersuchungshaft - das DDR-Regime warf ihr „landesverräterische Nachrichtenübermittlung“ vor. 1989 gründete die zierliche Frau die Bürgerbewegung Neues Forum. Bis zum Ende der DDR im Oktober 1990 kämpfte Bohley um Veränderungen hin zu einem demokratischen Sozialismus.

Schlagzeilen machte die Bürgerrechtlerin auch nach der Wende immer wieder - zum Beispiel im Frühjahr 1992, als Stasi-Vorwürfe gegen Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) laut wurden.

Bohley übernahm die Rolle der Anklägerin und warf Stolpe vor, er habe sich zu sehr auf das DDR-Regime eingelassen. Dem damaligen PDS-Gruppenchef im Bundestag, Gregor Gysi, warf Bohley 1993 vor, ein Stasi-Spitzel gewesen zu sein. Beide bestreiten die Vorwürfe.

Mitte der 90er Jahre zog es sie auf den Balkan, wo sie sich im zerfallenden Jugoslawien engagierte. In Kroatien bauten Bohley und Freunde ein Ferienheim für Kriegskinder. In Bosnien half ihr Verein „Seestern“ Flüchtlingsfamilien beim Wiederaufbau und versorgte Notleidende mit lebenswichtigen Zisternen. Die Mittel stammten teils aus privaten Quellen.

Bis zum Ausbruch ihrer Krebserkrankung lebte Bohley in der Nähe von Split in Kroatien. Im Frühjahr 2008 kehrte sie zur Behandlung nach Berlin zurück. In den letzten Jahren hatte sie sich zunehmend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Für ihre Verdienste um die friedliche Revolution in der DDR und die deutsche Wiedervereinigung wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz (1994) und dem Nationalpreis (2000) ausgezeichnet.

Merkel würdigt Bohley als „bedeutende Stimme der Freiheit“

Bundeskanzlerin Merkel würdigte Bärbel Bohley als „eine der bedeutenden Stimmen der Freiheit“. Die Kanzlerin äußerte sich am Samstag „zutiefst betroffen“ über den Tod der DDR- Bürgerrechtlerin. „Unerschrocken ist sie ihren Weg gegangen. Für viele, auch für mich, waren ihr Mut und ihre Gradlinigkeit beispielhaft“, erklärte Merkel in Berlin. „Ich behalte sie in Erinnerung als eine Persönlichkeit, die die friedliche Revolution und den Weg zur deutschen Einheit ermöglicht hat.“ Den Angehörigen sprach Merkel ihr Mitgefühl aus. „Wir Deutsche sind Bärbel Bohley zu Dank verpflichtet.

Auch die Grünen würdigten die verstorbene DDR-Bürgerrechtlerin als „eine große Freiheitskämpferin, eine große Deutsche“. „Sie wird uns immer in Erinnerung bleiben als eine, die beharrlich für Freiheit kämpfte, als das noch mit wirklichen Gefahren verbunden war und wirklichen Mut erforderte“, erklärten die Fraktionsvorsitzenden Renate Künast und Jürgen Trittin am Samstag in Berlin. Bohley habe „auch später nie ein Blatt vor den Mund“ genommen. Die von Bohley mitgegründete DDR-Oppositionsbewegung Neues Forum war zunächst im Bündnis 90 und mit diesem später in den Grünen aufgegangen.

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  • Frau boley wäre die Chance für die Ossis gewesen, die sie stattdessen mit birne verspielt haben.

    ihr Weggang ist ein Verlust.

  • Eine ganz große Frau. Ein Staatsbegräbnis wäre mehr als angebracht. Aber so etwas gibt es ja nur für Politiker...Komisch, immer wenn es einen "bericht" über einen DDR-Freihheitskämpfer(in) gibt, muß ich an Gysi denken. Dieser Stasi-Freund und SED-Genosse, der immer nur auf seinen Vorteil und seiner Fmilie aus war, hat sich durchlawiert. Alle, die ihn unterstützen(ten), sollten sich schämen. boley war wirklich groß!

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