Kreuzfahrt-Segler „Le Ponant“
Jacht-Besatzung kämpfte mit Feuerlöschern gegen Piraten

Der Kapitän des französischen Kreuzfahrt-Seglers "Le Ponant", Patrick Marchesseau, hat erstmals Details zu dem Überfall somalischer Piraten geschildert. An dem Angriff auf die "Le Ponant" waren nach seinen Angaben 20 bis 30 Piraten beteiligt.

dpa PARIS. Die Besatzung des Dreimasters habe vergeblich versucht, die Piraten mit Löschkanonen auf Abstand zu halten, sagte er in der Tageszeitung "Le Figaro". Als die Piraten mit Kalaschnikows zu schießen begannen, gab Marchesseau den Widerstand auf. Die "Le Ponant" war am 4. April von den Piraten gekapert und gegen Zahlung eines Lösegeldes von - nach Presseberichten gut zwei Mill. Dollar (1,27 Mill. Euro) - am vergangenen Freitag freigegeben worden. Inzwischen ist die Besatzung des Seglers auf dem Heimflug von Dschibuti nach Paris.

Die sechs in Somalia von französischen Soldaten überwältigten Piraten waren in der Obhut der französischen Marine ebenfalls auf dem Weg nach Frankreich. Ob sie wie geplant in Frankreich vor Gericht gestellt werden können, werde noch geprüft, teilte das Außenministerium am Montag mit. Dazu ist das schriftliche Einverständnis Somalias nötig. Ihnen soll der Prozess wegen organisierter Kriminalität gemacht werden, oder - bei Einstufung als Tat zur Finanzierung politischer Machtziele - wegen Terrorismus. Der somalische Präsident Abdullahi Yusuf hatte nach französischen Angaben vorab seine Zustimmung zu der Kommandoaktion auf somalischem Territorium gegeben.

Dem Kapitän gelang es, heimlich Kontakt zur französischen Marine zu halten. Die nutzte die Verhandlungsfrist, um einen Hubschrauberträger an den Ort des Geschehens zu verlegen. Präsident Nicolas Sarkozy hatte angeordnet, die Piraten zu jagen, sobald die Sicherheit der Geiseln garantiert sei. Die 23 Männer und sieben Frauen waren vor dem somalischen Piratennest Garaad in Puntland an Bord der gekaperten "Le Ponant". Sie wurden von einem Dutzend Piraten der berüchtigten "Somali Marines" bewacht, die über eine Flotte Mutterschiffe und schnelle Kleinboote sowie über Schnellfeuergewehre und Granatwerfer verfügt.

Der "Figaro" und andere Medien brachten am Montag Details der Befreiung. Danach gaben die Piraten die "Le Ponant" und ihre Besatzung frei, nachdem französische Soldaten ihnen auf See das Lösegeld übergeben hatten. Die Piraten fuhren in Geländewagen davon. Das französische Radarflugzeug "Atlantique-2" setzte mehrere Marinehubschrauber auf ihre Spur. Scharfschützen zerschossen aus der Luft den Motor eines Fluchtfahrzeugs, während andere Kommandos die Piraten einkesselten. Somalische Angaben, denen zufolge drei Kidnapper getötet worden seien, werden von Paris dementiert.

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