Kriminalität
Bombenleger war Wachmann in Munitionsdepot

Nach der Festnahme des mutmaßlichen Bombenlegers von Viernheim hat die Polizei erste Erkenntnisse mitgeteilt. Demnach hat der Verdächtige den Sprengstoff möglicherweise bei seiner früheren Tätigkeit als Wachmann eines Munitionslagers in der Stadt gestohlen.

HB VIERNHEIM. Der 44-jährige Gas- und Wasserinstallateur hatte am Mittwochmorgen bei seinen Anschlägen auf zwei Wohnhäuser im baden-württembergischen Weinheim und in Viernheim Sprengstoff und Handgranaten sowie eine Schusswaffe benutzt.

Er hatte in seiner eigenen Wohnung Sprengstoff-Fallen aufgebaut. Wären diese explodiert, wäre von dem Haus nicht viel übrig geblieben, erklärten die Ermittler. Für die Nachbarn bestand demnach Lebensgefahr. Sie können laut Polizei erst am Freitag im Lauf des Tages in ihre Wohnungen zurückkehren; evakuiert wurden rund 100 Viernheimer. In der Wohnung haben die Beamten einige Waffen und Sprengstoff gefunden. Man müsse die Wohnung sehr vorsichtig begehen. In Weinheim wurde ein Kilogramm des Sprengstoffs TNT gefunden.

Die Kripo bezeichnete den geschiedenen, allein lebenden Mann als Sprengstoff- und Waffensammler. Bei den telefonischen Verhandlungen habe er von Mietstreitigkeiten, Zahlungsausständen von Kunden und seinen Pfändungen gesprochen. Ein Gerichtsvollzieher hätte ihn am Mittwoch aufsuchen sollen. Dies könne aber nur der Auslöser der Anschläge sein, betonte die Polizei. Der gesamte Plan des Täters habe auch andere Gründe. Der 44-Jährige stand den Angaben zufolge bei den Anschlägen nicht unter Alkoholeinfluss.

Der in Viernheim festgenommene Bombenleger ist nach Angaben der Polizei vorbestraft. Er wurde 1987 wegen eines Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz zu einer Geld- und Bewährungsstrafe verurteilt. 1991 folgten eine Geldbuße und dreijährige Bewährungsstrafe nochmals wegen des Umgangs mit explosionsgefährlichen Stoffen. Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen geschiedenen 44- jährigen Mann. Er übt den Beruf des Gas- und Wasserinstallateurs aus.

Gegen den Mann sind aktuell zwei Vollstreckungsverfahren beim Amtsgericht Lampertheim über eine Summe von rund 250 Euro anhängig. Darüber hinaus ist der Täter nach ersten Ermittlungen verschuldet, wie das Polizeipräsidium Südhessen berichtete.

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