Kriminalität
Drogenfahnder nehmen Fernbusse ins Visier

Günstig, schnell, einfach – Fernbusse sind besonders bei jungen Reisenden beliebt. Die Kehrseite der Medaille: Auch immer mehr Schmuggler entdecken das Verkehrsmittel für sich.

UlmSchmuggler nutzen dem Zoll zufolge zunehmend auch Fernbusse zum Transport von Drogen. Im Bereich des Hauptzollamts Ulm beschlagnahmten die Fahnder in den vergangenen Wochen mehrfach große Mengen harter Drogen wie Heroin oder Ecstasy. „Fernbuslinien sind ein neuer Verkehrsweg, der offenbar attraktiv ist. Es finden dort weniger Kontrollen statt“, sagte Henrik Schmieding, Leiter des Sachgebiets Kontrollen am Donnerstag. „Sie sind leicht zu buchen, günstig, schnell und unauffällig.“

Der Markt für Fernbusse in Deutschland ist seit 2013 frei, was zu einem Boom geführt hat. Die vergleichsweise günstigen Busse fahren in ganz Europa umher und sind vor allem bei jungen Reisenden beliebt. Doch auch Drogenschmuggler nutzen das neue Verkehrsmittel.

Anfang März fingen die Zollfahnder etwa einen Kurier bei der Kontrolle auf einem Parkplatz an der Autobahn 8 bei Wendlingen (Baden-Württemberg) mit 1,2 Kilogramm Heroin im Magen ab. Der 31 Jahre alte sogenannte Bodypacker saß in einem Fernbus von Amsterdam nach München. Die Ärzte entfernten 100 kleine Drogenpackungen aus seinem Magen.

Eine Woche zuvor hatten die Beamten auf derselben Fernbuslinie in Tübingen und im Raum Esslingen einen Mann mit 5600 Ecstasy-Pillen in einem Fernbus aus Amsterdam erwischt. Der 29-Jährige wollte nach Kroatien. Die Pillen hatte er in seiner Laptop-Tasche. Bei zehn weiteren Insassen des Busses fanden die Zollfahnder insgesamt 40 Gramm Marihuana, fünf Gramm Haschisch, 60 Cannabis-Samen und einen Joint.

Mitte März schnappten die Fahnder auf der A8 im Kreis Göppingen an einem Wochenende drei mutmaßliche Drogenkuriere mit größeren Mengen Kokain. Ein Fahrgast transportierte ein halbes Kilo.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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