Kriminalität
Polizei hat Bilder vom unmaskierten Bohlen-Räuber

Die beiden Kriminellen, die den Musikproduzenten Dieter Bohlen überfallen und ausgeraubt haben, waren wohl alles andere als Könner ihres Fachs: Am Nachmittag fand die Polizei die Maskerade eines der beiden - wer sich damit maskierte, hatte zuvor schon Bohlens Überwachungskamera festgehalten.

HB HAMBURG. Wie die Polizei mitteilte, fand sie eine der Wollmasken, mit denen sich die beiden Täter getarnt hatten. Außerdem liegen den Fahndern Bilder aus Bohlens Überwachungskamera vor, die einen der Täter ohne die Maske zeigen, wie Polizeisprecher Matthias Rose mitteilte. Eine Festnahme habe es noch nicht gegeben.

Bohlen wurde am Montagmorgen in seinem Haus im Ort Tötensen bei Hamburg überfallen, gefesselt und ausgeraubt. Auch zwei Angestellte und Bohlens Freundin wurden von den beiden bewaffneten Männern in der Villa in Tötensen gefesselt. Die Täter forderten laut Polizei Wertgegenstände und flüchteten, bevor sich alle nach 20 Minuten unverletzt befreien und Hilfe rufen konnten. „Bohlen war zunächst sehr aufgeregt, hat sich aber schnell wieder gefangen“, sagte Polizeisprecher Rose.

In dem idyllischen Ort im Süden Hamburgs, in einer Region, in der viele wohlhabende Menschen wohnen, hatte die Polizei am Montag alles auf den Kopf gestellt. Im norddeutschen Dauerregen hatten die Beamten die Zufahrtsstraßen zu Bohlens Haus abgeriegelt, das am Ende einer Straße in einem Wald- und Wiesengebiet liegt. Am Vormittag kreiste ein Polizeihubschrauber auf der Suche nach den Tätern über dem Ort. Die Polizei fahndete nach eigenen Angaben auch auf umliegenden Straßen und Autobahnen, weil sie die Täter zunächst noch in der Nähe glaubte. Bis zum Nachmittag wurde allerdings niemand gefasst.

Vor dem riesigen und mit hohen Büschen umgebenen Gelände parkten am Montag zahlreiche Polizeifahrzeuge, die Einfahrt war mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Beamte gingen pausenlos ein und aus, Hunde suchten nach Spuren. Was genau die Täter erbeutet haben, war zunächst unklar: „Darüber geben wir aus ermittlungstaktischen Gründen keine Auskunft“, sagte Rose. Nach Medieninformationen sollen sie Geld aus einem Tresor gestohlen haben.

Ein Passant aus dem Nachbarort war sichtlich geschockt. „Ich fahre hier oft an dem Haus vorbei“, sagte der 59-Jährige, der seinen Namen nicht nennen will: „Schrecklich. So etwas kennt man ja sonst nur aus dem Fernsehen, aus Krimis.“ Und jetzt passiere so etwas vor der eigenen Haustür. Er möge zwar die Musik Bohlens nicht, dennoch wünsche man so etwas ja niemandem.

Bohlens Villa war zuletzt vor drei Jahren Schauplatz von Verbrechern heimgesucht worden: Während der frühere Star von Modern Talking im Dezember 2003 bei „Deutschland sucht den Superstar“ auftrat, räumten Einbrecher sein Haus aus. Im August 2002 war Bohlen mit seiner damaligen Freundin Estefania Küster aus seiner Villa geflüchtet, weil er Lärm und Stimmen gehört und Einbrecher im Haus vermutet hatte. Tatsächlich waren Polizisten in die Villa eingedrungen, weil die Polizei von einer Bekannten eines Bohlen-Sohns alarmiert worden war, den sie in einer Notlage wähnte.

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