Kriminalitätsstatistik
Tatwaffe Internet boomt

Die Kriminalität in Deutschland ist zwar insgesamt leicht gesunken, doch Zuwächse an Straftaten gibt es besonders bei sensiblen Sphären: So stiegen etwa Cyberkriminalität und Kinderpornografie-Delikte erheblich an.
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Das Problem ist längst bekannt, Lösungen schwer zu finden: Die Zahl der Cyberdelikte ist in Deutschland auf Rekordniveau. Das geht aus der aktuellen Kriminalitätsstatistik hervor, die Bundesinnenminister Thomas de Mazière am Mittwoch vorgestellt hat.

Demnach hat die Polizei im Jahr 2013 einen leichten Anstieg von Kriminalfällen im Netz festgestellt. Die Computerkriminalität stieg auf 88.722 Fälle – das ist ein Plus von einem Prozent. Einzelne Teilbereiche sind aber massiv gewachsen. So stiegen etwa die Fallzahlen zur Fälschung beweiserheblicher Daten und Täuschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung (+14,5 Prozent auf 9.779 Fälle).

Besonders groß sei der Anstieg bei der Computersabotage und Datenveränderung: Hier gibt es 17,6 Prozent mehr und damit 12.766 Straftaten. Weniger geworden sind dagegen Fälle, in denen Daten ausgespäht oder abgefangen werden.

Die Zahl ging um 5,3 Prozent auf 15.909 Straftaten zurück. Insgesamt werden nur ein Viertel der Fälle von Internetkriminalität aufgeklärt, die Quote ist sogar leicht rückläufig. Außerdem gehen Experten davon aus, dass nur etwa zehn Prozent der Internetstraftaten überhaupt bekannt werden.

Die Tatwaffe Internet kam im Jahr 2013 deutlich häufiger zum Einsatz als noch 2012: Demnach wurden 257.486 Fälle (2012: 229.408 Fälle) erfasst. Dies bedeutet einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 12,2 Prozent. Überwiegend handelte es sich dabei laut der Statistik um Betrugsdelikte (Anteil: 70,2 Prozent; 180.826 Fälle), darunter vor allem Warenbetrug (26,4 Prozent, 2012: 23,6 Prozent).

7,0 Prozent aller mit dem Tatmittel Internet begangenen Delikte sind Fälle von Computerbetrug (2012: 8,2 Prozent). Dessen Fallzahl ist von 18.829 (2012) auf 18.018 (2013) gesunken. Eine massive Steigerung von 31,1 Prozent verzeichnen die Strafverfolgungsbehörden allerdings bei der Verbreitung pornografischer Schriften über das Internet. Deren Zahl ist von 5.031 auf 6.597 gestiegen.

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