Kriminalstatistik
Mehr Einbrüche und Internetkriminalität in Deutschland

Die Gesamtzahl der Verbrechen in Deutschland bleibt konstant, gut jeder zweite Fall wird aufgeklärt. Aber es gibt die meisten Wohnungseinbrüche seit 15 Jahren – vor allem wohl wegen international agierender Banden.
  • 4

BerlinDie Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland ist gestiegen, die Internet-Kriminalität hat deutlich zugenommen. Gleichzeitig gab es im vergangenen Jahr weniger Fälle von Körperverletzung und Sachbeschädigung. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik hervor, die Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Mittwoch in Berlin vorgestellt hat. Danach verharrt die Gesamtzahl der registrierten Straftaten - wie stets seit 2010 - knapp unter der Sechs-Millionen-Marke, die Aufklärungsquote liegt nahezu unverändert bei 54,5 Prozent. Deutschland sei damit im weltweiten Vergleich ein „sicheres und ruhiges Land“, betonte de Maizière.

Auffällig ist jedoch der Anstieg bei den Wohnungseinbrüchen: Mit 149.500 Fällen wurde der höchste Wert seit 15 Jahren erreicht. Dieser Zuwachs wird vor allem auf international agierende Einbrecherbanden zurückgeführt, die bislang schwer zu fassen sind. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Nordrhein-Westfalens Ressortchef Ralf Jäger (SPD), sprach von einem neuen Einbrechertyp, der die Ermittler vor erhebliche Herausforderungen stelle.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ging im Vergleich zu 2012 um 3,7 Prozent nach oben, bei anderen Delikten gab es noch viel deutlichere Zuwächse. Bei der Internet-Kriminalität wurde nach de Maizières Worten ein Plus von rund 12 Prozent registriert - etwa durch Datendiebstahl und Warenbetrug beim Online-Handel. Auch beim Taschendiebstahl zeigte sich ein deutliches Plus, während die Zahl der Autodiebstähle nur minimal anstieg.

Im Gegensatz dazu gab es weniger Sachbeschädigungen als im Jahr 2012. Vor allem bei den Graffiti zeigt die Statistik einen Rückgang um 18 Prozent. Die Gewaltkriminalität scheint ebenfalls auf dem Rückzug. Vor allem Jugendliche begingen 2013 deutlich weniger Gewalttaten als im Jahr zuvor. Auch in der Gesamtstatistik ist die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren um knapp vier Prozent gesunken, was de Maizière zu einem positiven Fazit veranlasst: „Die Kriminalität unserer Jugend sinkt.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kriminalstatistik: Mehr Einbrüche und Internetkriminalität in Deutschland"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Kein Wunder, wer will schon gegen Ausländer vorgehen, sich sich als "Ausländerfeind" beschimpfen lassen? Frau Merkel schützt außerdem jeder "kriminellen" Juristen (Abzockerechtsanwälte, Inkassobüros usw.)!!!!

  • "Es lebt sich in Deutschland erheblich sicherer als vor 10 Jahren ..... aber so eine Schlagzeile will niemand sehen, oder?"
    ---
    Ja, ja, sicher doch... Erzählen Sie das den Angehörigen von durch kulturbereichernde Kopftreter umgebrachten Menschen.

    http://www.zeit.de/gesellschaft/2014-06/einbrueche-kriminalstatistik-kriminalitaet-polizei?commentstart=17#comments

    Hier bei uns (gewöhnliche Reihenhaussiedlung) gibt es immer wieder regelrechte Einbruchswellen und oft genug sieht man hier Gestalten rumlungern (deren Nationalität ja politisch korrekt nicht genannt werden darf), die nur zu offensichtlich die Gegend ausbaldowern. Es hat praktisch jeden unserer Nachbarn schon erwischt (bei einem wurde der Kleinhund kurzerhand ins Klo gesperrt; Die Leute schliefen im ersten Stock). Auch uns wurde 5 mal der Wagen aufgebrochen, lt. Polizei Beschaffungskriminalität von Junkies. Nur unsere Wohnung blieb immer unversehrt, dafür sorgen mehrere große, schwarze Hunde mit zusammen weit über 100 Zähnen. Aber die Lösung ist natürlich nicht unbedingt allgemeinheitstauglich.
    Was bleibt? Wohnung und Eigenheim zur Festung zu machen (fast alle hier haben inzwischen 2 m Mauern und Stahlgitterzäune) oder hoffen.

    Btw., in Zeitungen sollte bei Verbrechen mal wieder grundsätzlich die Herkunft der Täter genannt werden und nicht nach gutmenschlicher GrünSozen-Manier politisch korrekt verschwiegen werden. Da würden manch einem die Augen aufgehen!
    Ich kann die Leute nur zu gut verstehen, die sich nicht mehr auf den Staat und die überlastete Polizei verlassen wollen, sondern eigene Wachtrupps aufstellen. Die Verantwortlichen sollten mal drüber nachdenken, daß es von da bis zur Bürgerwehr, die robust hinlangt, nur ein kleiner Schritt ist. Das kann doch unter dem Strich keiner wollen. Also endlich aufhören, gewisse Täterkreise mit Samthandschuhen anzufassen, diese selbst bei einer geklauten Tafel Schokolade sofort unter lebenslangem Wiedereinreiseverbot ausweisen. Das wäre zumindest mal ein Anfang.

  • Erfreulich:

    Die Gesamtzahl der erfassten Verbrechen nimmt von 5.997.040 (2012) auf 5.961.662 (2013)leicht ab. Die Zahl der Gewaltverbrechen nimmt mit minus 5,3 % gegenüber 2012 deutlich ab.

    Einfaches Fazit: Es lebt sich in Deutschland erheblich sicherer als vor 10 Jahren ..... aber so eine Schlagzeile will niemand sehen, oder?

    http://www.bka.de/DE/Publikationen/PolizeilicheKriminalstatistik/pks__node.html?__nnn=true

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%