Krimineller Tierhandel DNA-Proben bringen Nashorn-Wilderer hinter Gitter

Jährlich erlegen Wilderer in Südafrika rund 1.000 Nashörner. Deren Hörner sind etwa in Asien als Zutat traditioneller Medizin gefragt. DNA-Proben der Tiere helfen jetzt bei der Verurteilung von Wilderern.
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Ein Wildhüter und Ermittler untersucht ein von Wilderern getötetes Nashorn. In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der erlegten Tiere geradezu explodiert. Aber auch die Festnahmen nehmen zu. Quelle: dpa
Getötetes Nashorn in Südafrika

Ein Wildhüter und Ermittler untersucht ein von Wilderern getötetes Nashorn. In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der erlegten Tiere geradezu explodiert. Aber auch die Festnahmen nehmen zu.

(Foto: dpa)

Johannesburg Eine Datenbank mit DNA-Proben von Nashörnern kann dabei helfen, Wilderer zu überführen und eine Verurteilung der Täter sicherzustellen. Die Proben können etwa von Wilderern verkaufte Hörner mit getöteten Nashörnern in Verbindung bringen, berichten Forscher um die Leiterin der Veterinärgenetik der südafrikanischen Universität Pretoria, Cindy Harper, im Magazin „Current Biology“.

In der Kriminalistik ist es längst Alltag, auch DNA-Spuren zu nutzen, um Mord oder andere schwere Verbrechen aufzuklären. Das Prinzip ist bei der Überführung von Wilderern ganz ähnlich. Der Bericht schildert neun Fälle, in denen die DNA-Beweise dazu beigetragen haben, Wilderern lange Haftstrafen zu bescheren.

Insgesamt seien DNA-Proben bislang in rund 120 Fällen vor Gericht als Beweise genutzt worden. In einem Fall konnten zwei Hörner je einem getöteten Nashorn aus Südafrika zugeordnet werden. Der Wilderer aus Mosambik wurde dem Bericht zufolge zu 29 Jahren Haft verurteilt.

Die Forscher erklären, dass sich DNA aus jeglicher Gewebeprobe, selbst aus gemahlenem Horn, anhand von bestimmten Merkmalen mit einem individuellen Tier in Verbindung bringen lasse. In der Rhodis genannten Datenbank sind demnach mehr als 20.000 DNA-Proben gespeichert, mehr als die Hälfte kommen von lebenden oder getöteten Nashörnern, die übrigen zum Beispiel von beschlagnahmten Hörnern.

Giftige Kobras, süße Hunde, gefährliche Kühe
Galapagos' Artenvielfalt - Lonesome George
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Einbalsamiert

Rund zwei Jahre nach ihrem Tod wird die vermutlich mehr als 100 Jahre alt gewordene Riesenschildkröte „Lonesome George“ – auf dem Foto noch zu Lebzeiten – einbalsamiert in New York präsentiert. Die Präparation des Körpers des „einsamen Georges“ sei abgeschlossen, teilte das American Museum of Natural History mit. Das Tier sei nun so zu sehen, „wie es im Leben ausgesehen hat, mit einer Position, die verdeutlicht, welche Größe George erreichen konnte, wenn er seinen Hals und seine Beine ausgestreckt hat“. Ab dem 18. September soll das Exponat rund drei Monate lang in dem New Yorker Naturkundemuseum zu sehen sein und danach in sein Heimatland Ecuador zurückkehren.

Weisse Kobra
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Schlangenalarm

Versetzte die Bewohner im kalifornischen Thousand Oaks tagelang in Schrecken: eine weiße Monokelkobra. Sie hatte einen Hund angegriffen. Über ihren Eigentümer ist nichts bekannt. Mitarbeiter gingen in Straßen und Gärten auf Jagd. Wie der Zoo von San Diego mitteilte, fand die Monokelkobra dort einen neuen Platz. Auch in Made nahe dem niederländischen Breda löste eine am Donnerstag ausgebüxte hochgiftige Kapkobra Schlangenalarm aus. Am Samstag konnte das Reptil von seinem Besitzer wieder eingefangen werden.

Schiege
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Die „Schiege“

Seltenes Mischwesen aus Schaf und Ziege: Nahe Göttingen lebt ein sechs Monate altes Tier, das nachweislich eine „Schiege“ sei, sagt Christoph Knorr von der Universität Göttingen. Eine solche Kreuzung sei extrem selten. Schafe und Ziegen gehören zur gleichen Unterfamilie der Ziegenartigen. Sie haben aber einen unterschiedlichen Chromosomensatz. Während Ziegen 60 Chromosomen besitzen, sind es bei Schafen nur 54. Das macht Kreuzungen ausgesprochen schwierig. Göttinger Forscher wollen die weitere Entwicklung der Schiege wissenschaftlich begleiten.

Mopsrennen
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Schnell außer Atem

Hundebier mit Fleischgeschmack, eine 50-Meter-Strecke und Masseure für Mops Tyson (Foto) und Co.: Beim 3. Süddeutschen Mops- und Bulldoggenrennen wurden in diesem Jahr insgesamt 160 Hunde gemeldet. Im Schnitt wetzen die kleinen Dickerchen nach rund acht Sekunden über die Ziellinie. Emma, eine französische Bulldogge, gewinnt. Sie braucht nur 5,51 Sekunden.

Wanderin zwischen Kühen
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Totgetrampelt

Eine Wanderin im Stubaital und ein Bauer werden totgetrampelt, eine Joggerin hat mitten in München plötzlich die Hörner einer Kuh im Rücken: In jüngster Zeit machten Rinder-Attacken auf Menschen Schlagzeilen. Kühe sind zwar eigentlich friedliche Tiere, sie können nur nicht mit Stress umgehen. Nicht nur für Landwirte können Rinder gefährlich werden – auch Wanderer auf Almen sollten sich vorsehen. Der Bayerische Bauernverband rät, gebührenden Abstand zu Weidetieren zu halten: „Ruhig bleiben, nicht davonlaufen und im absoluten Notfall der Kuh mit einem Stock auf die Nase hauen oder langsam und ruhig aus der Gefahrenzone gehen.“ Fast 10.200 Unfälle mit Rindern wurden im vergangenen Jahr bei der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) gemeldet.

Eine Kuh auf der Autobahn?
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Vorsicht, eine Kuh!

Fast 10 200 Unfälle mit Rindern wurden im vergangenen Jahr bei der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) gemeldet. Viele davon passierten beim Melken (24,7 Prozent), dicht gefolgt vom Betreuen, Hüten und Pflegen (20,7 Prozent). Fast 5000 Mal trat ein Rindvieh zu (41,3 Prozent), mehr als 2000 Mal wurde ein Mensch gestoßen, mehr als 1000 Mal eingequetscht oder eingeklemmt. 149 Mal griff ein Rind den Versicherungszahlen zufolge einen Menschen an, vier dieser Angriffe endeten tödlich.

Schäferhunde
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Exportschlager

Sie haben Namen wie „Kongo von der Freiheit Westerholt“ oder „Gucci vom Elbe-Saale-Winkel“ – die Welt-Elite der Deutschen Schäferhunde trifft sich an diesem Wochenende in Nürnberg. Beim jährlich ausgerichteten Weltchampionat, der größten solchen Veranstaltung, sollen die besten Tiere für die Zucht ausgesucht werden. Die Hunde sollen gesund, lebhaft und freundlich sein. In Nürnberg geht es um Aussehen und Charakter. 1600 Tiere aus 54 Ländern in drei Altersklassen treten gegeneinander an – pro Klasse sind oft mehr als 200 Hunde am Start. „Die reisen von Argentinien bis Zypern an“, sagt Heiko Grube, Sprecher des Vereins für Deutsche Schäferhunde (SV).

Die Zahl der von Wilderern erlegten Nashörner in Südafrika ist seit 2007 explodiert. Damals wurden nur 13 Tiere getötet. 2015 waren es dann 1175, ein Jahr später immerhin noch 1054. Die meisten werden in dem bei Touristen beliebten Krüger-Nationalpark illegal getötet. Die Zahl der Festnahmen in Südafrika im Zusammenhang mit der Wilderei stieg von 317 im Jahr 2015 auf 680 im darauffolgenden Jahr.

Wilderer verkaufen die Hörner der getöteten Tiere für teures Geld, vor allem nach Asien. Dort werden sie als Ornamente oder als Zutaten traditioneller Medizin geschätzt. In Afrika gibt Schätzungen zufolge noch 20.000 bis 25.000 wildlebende Breitmaulnashörner (Ceratotherium simum) und Spitzmaulnashörner (Diceros bicornis). Letztere sind von der Naturschutzunion IUCN als vom Aussterben bedroht eingestuft. Die allermeisten Nashörner leben in Südafrika. Auch Namibia, Simbabwe und Kenia haben größere Nashorn-Populationen.

Eine Herausforderung bei der Unterbindung des illegalen Verkaufs von Hörnern ist die neue Möglichkeit des legalen Handels. In Südafrika, wo einzelne kommerzielle Züchter Hunderte Nashörner halten, ist der Handel mit Hörnern seit letztem Jahr unter strengen Auflagen erlaubt, jeglicher Export ist jedoch verboten. Die Händler müssen nun auch Proben ihrer Hornbestände an Rhodis melden. Damit könnte zum Beispiel illegal ins Ausland verkauftes Horn leicht identifiziert werden.

Dank der Unterstützung der südafrikanischen Behörden habe sich die Datenbank zu einem schlagkräftigen Instrument bei der Bekämpfung der Wilderei entwickelt, erklärten die Forscher in „Current Biology“. „Die Hoffnung ist, dass das zunehmende Risiko einer Verurteilung und eines hohen Strafmaßes eine wichtige Rolle dabei spielen werden, den Handel mit illegalen Tierprodukten unattraktiv zu machen.“

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