Kritik am Atomprogramm Nordkoreas
Nagasaki gedenkt der Atombombenopfer

In der japanischen Stadt Nagasaki haben am Mittwoch tausende Menschen der Opfer des US-Atombombenabwurfs vor 61 Jahren gedacht. Überlebende, Kinder und Politiker versammelten sich im Friedenspark der Stadt um 11.02 Uhr zu einer Schweigeminute. Zu diesem Zeitpunkt hatte die US-Armee am 9. August 1945, drei Tage nach dem Angriff auf Hiroshima, ihre zweite Atombombe abgeworfen.

HB TOKIO. Das rund 5000 Kilogramm schwere Geschoss ging unter dem Namen „Fat Man“ in die Geschichte ein. Insgesamt tötete die Bombe nachweislich mehr als 140 000 Menschen.

Nagasakis Bürgermeister Itcho Ito nutzte den Gedenktag für Kritik an den Atomprogrammen Nordkoreas und des Irans. Für diese Nationen sei die Zeit gekommen, auf die Stimmen der friedliebenden Menschen zu hören, betonte er. Vor allem die Stimmen der Überlebenden des Atombombenabwurfs sollten Gehör finden. Den USA und anderen Atommächten warf Ito vor, nicht strikt genug gegen die Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen vorzugehen. Zugleich rief der Bürgermeister die Regierung in Tokio auf, die pazifistische Nachkriegsverfassung des Landes zu bewahren.

Japans Ministerpräsident Junichiro Koizumi bekräftigte bei der Veranstaltung, sein Land werde an der Verfassung und seiner Anti-Atompolitik festhalten. Als einziger Staat, auf den jemals Atombomben abgeworfen wurden, habe Japan die Pflicht, die Staatengemeinschaft immer wieder an seiner Erfahrung teilhaben zu lassen. Koizumi, der im September aller Voraussicht nach abtritt, hatte das japanische Grundgesetz während seiner Amtszeit mit der Entsendung von Soldaten in den Irak ausgereizt. Die Streitkräfte nahmen allerdings nicht an Kampfeinsätzen teil und wurden inzwischen wieder nach Hause geholt. Es war dennoch der gefährlichste Militäreinsatz Japans seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

Die Atombombe in Nagasaki war etwa 500 Meter über dem Boden detoniert. Dabei kamen 27 000 Menschen sofort ums Leben. Bis Ende 1945 starben in Folge der akuten Verstrahlung insgesamt rund 70 000 Menschen. Bis heute werden der Totenliste der Stadt jedes Jahr tausende Namen hinzugefügt. Beim ersten Atombombenabwurf in Hiroshima starben bis zur Gegenwart nachweislich mehr als 247 000 Menschen. Am Sonntag hatten dort ebenfalls tausende Menschen der Opfer gedacht.

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