Kritik an Verdi-Streiks: „Flughäfen werden zu Schauplätzen für Tarifkonflikte“

Kritik an Verdi-Streiks
„Flughäfen werden zu Schauplätzen für Tarifkonflikte“

Verdi will sieben deutsche Flughäfen bestreiken. Passagiere müssen sich auf massive Verspätungen einstellen. Die Verbände reagieren erbost: „Was früher eine absolute Ausnahme war, darf nicht zur Regel werden.“
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FrankfurtDie von Verdi geplanten Warnstreiks an sieben deutschen Flughäfen treffen auf heftige Kritik in der Luftverkehrsbranche. „Flughäfen werden immer mehr zum öffentlichkeitswirksamen Schauplatz für Tarifauseinandersetzungen. Was früher eine absolute Ausnahme war, darf nicht zur Regel werden“, erklärte Ralph Beisel vom Flughafenverband ADV am Mittwoch in Berlin. Wenn stundenlange Streiks zu einer erheblichen Beeinträchtigung an einem Flughafen führten, seien alle Dimensionen eines Warnstreiks gesprengt.

Auch der Airline-Verband Barig bezeichnete die Ausstände, die voraussichtlich zu hunderten Flugausfällen führen würden, als unverhältnismäßig und völlig unangemessen. „Es kann nicht sein, dass schon wieder ein Tarifkonflikt derart massiv auf dem Rücken der Fluggäste ausgetragen wird. Erst im vergangenen Monat haben Arbeitskampfmaßnahmen am Frankfurter Flughafen den internationalen Flugverkehr erheblich eingeschränkt“, erklärte Barig-Generalsekretär Michael Hoppe in einer Mitteilung.

Aufgrund des Streiks waren große Teile des Nahverkehrs in Nordrhein-Westfalen lahmgelegt. „Wir haben eine annähernd hundertprozentige Streikbeteiligung“, sagte der Sprecher des Verdi-Bezirks NRW, Günter Isemeyer, am Mittwoch. Er rechnete damit, dass sich landesweit voraussichtlich 12.000 Beschäftigte am Warnstreik beteiligen. In den großen Städten in Nordrhein-Westfalen sollten nur Linienbusse von privaten Unternehmen fahren.

Verdi will mit den Aktionen Druck vor der dritten Tarifverhandlungsrunde machen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer treffen sich vom kommenden Montag an in Potsdam. In der zweiten Runde hatte es zwar eine Annäherung in einzelnen Punkten, aber insgesamt keinen Durchbruch gegeben. Die Gewerkschaften fordern, dass die Einkommen der 2,1 Millionen Angestellten im Bund und in den Kommunen um einen Betrag von 100 Euro und dann zusätzlich um weitere 3,5 Prozent steigen. Die Arbeitgeber haben bislang kein Angebot vorgelegt.

Von dem Kräftemessen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern waren am Mittwoch auch die Bürger der großen Städten Niedersachsens wie Hannover, Braunschweig oder Göttingen betroffen. Dort standen am zweiten Tag in Folge Busse und Stadtbahnen still. Die meisten Pendler hatten sich aber auf die Arbeitsniederlegungen eingestellt, viele fuhren Rad oder bildeten Fahrgemeinschaften.

Der Arbeitskampf traf auch Hessen. Hier wurde unter anderem der öffentliche Nahverkehr in Frankfurt, Kassel und Wiesbaden ganz oder teilweise lahmgelegt. Verdi erwartete zu einer Kundgebung in Kassel mit dem Bundesvorsitzenden Frank Bsirske am Vormittag bis zu 5000 Teilnehmer. Auch in vielen Städten Baden-Württembergs blieben Busse und Bahnen in den Depots, Kitas waren teilweise geschlossen.

Der vorläufige Höhepunkt der Warnstreikwelle wird für diesen Donnerstag erwartet. Dann will die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Flughäfen in Frankfurt/Main, München, Köln-Bonn, Düsseldorf, Hamburg, Hannover und Stuttgart bestreiken. Es wird mit erheblichen Verzögerungen und Flugausfällen gerechnet.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kritik an Verdi-Streiks: „Flughäfen werden zu Schauplätzen für Tarifkonflikte“"

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  • ver.di verwandelt mit ihren häufigen und für Unbeteiligte rücksichtslosen Streiks Deutschland immer mehr in eine risikoreiche Bananenrepublik mit erheblichen Standortnachteilen. Ich hoffe, viele ver.di Mitglieder (die z.B. jetzt einen für sie wichtigen Flug antreten müssen), kündigen ihre Mitgliedschaft.

  • Typischer Fall von Anstiftung zur Wirtschaftssabotage durch Verdi. Grundsätzlich müßte das bestraft werden. Leider ist es durch die Politik legalisiert worden. Hoffentlich wird diese Legalisierung baldmöglichst aufgehoben!

  • Man sollte einmal klar sagen, dass große Teile der "Beschäftigten" im öffentlichen Dienst, nicht die Männer von der Müllabfuhr, der Feuerwehr oder die Erzieher,aber die in Anzügen als Amts- oder Abteilungsleiter, für die finanzielle Situation in den Städten und Gemeinden verantwortlich sind. Und dann wird "gutes Geld" für "gute Arbeit" gefordert.Die Bestreikung von Flughäfen in diesem Umfang ist nicht nur aus der Sicht der Luftfahrtindustrie vollkommen überzogen und nur der Beteiligung der SPD an der Regierung geschuldet. Aber wir Bürger sind ja unendlich leidensfähig.

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