Kritik an Zoos in Belgien
Bericht: Besucher durch wilde Tiere gefährdet

Nicht artgerecht und gefährlich: Mehrere belgische Zoos sind ins Visier von Tierschützern geraten. Offenbar können Besucher viel zu nah an die Tiere heran. Auch die Gehege sollen zu eng sein.
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BrüsselMehrere belgische Zoos sind einem Bericht zufolge gefährlich für die Besucher. Sie könnten dort „in unbeaufsichtigten, unkontrollierten direkten Kontakt mit potentiell gefährlichen wilden Tieren kommen“, heißt es in dem Bericht von mehreren Tierschutzorganisationen zu sechs Zoos in Belgien, der am Dienstag in Brüssel vorgestellt wurde. „Wenige Zoos schienen diese Risiken zu sehen und die Öffentlichkeit entsprechend aufzuklären“, kritisierten die Tierschützer.

In dem Bericht zeigen sie unter anderem ein Bild eines kleinen Mädchens, das neben einem Kalifornischen Seelöwen sitzt und von ihm am Kopf berührt wird. Nach Angaben der Tierschützer gelten die über 100 Kilogramm schweren Weibchen dieser Art als gefährlich.

Auch den Tieren selbst gehe es in den Zoos des Königreiches nicht immer gut, kritisierten die Tierschützer. In den sechs untersuchten Tierparks, darunter auch der bekannte Antwerpener Zoo, seien fast nie ausreichend Spielzeuge und sonstige Gegenstände vorhanden gewesen, mit denen sich die Tiere beschäftigen könnten. Insbesondere Arten, die in der freien Wildbahn große Reviere haben, würden oft in zu engen Anlagen gehalten.

Das belgische Gesundheitsministerium wies den Bericht in großen Teilen zurück und verwies darauf, dass die Regeln des Landes strenger als die EU-Regeln seien.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Das ist wieder einer der bekannten "Born Free EU ZOO INQUIRY 2011", die schon andere Staaten heimgesucht haben. Bei diesen angeblich wissenschaftlichen Untersuchungen werden wahllos einige Zoos herausgesucht, einige Gehege angeschaut und dann mit dubiosen Richtwerten verglichen. Die veröffentlichte Methode (Filmen des ganzen Zoos mit einer Videokamera) hat mit Wissenschaftlichkeit nichts zu tun, die Ergebnisse bestehen zumeist aus "may" und "could", die Behauptungen sind pauschalisiert. Zudem stammen die erhobenen Daten von 2009/10 und sind längst veraltet. Der unfertige Report (Seitenzahlen im Inhaltsverzeichnis fehlen!) entlarvt sich schon dadurch als unprofessionell, daß zugegeben wird, bei Dutzenden Gehegen nicht erkannt zu haben, um welche Tiere es sich handelt - offenbar war kein entsprechend ausgebildeter Zoologe im Team. Wie unter solchen Umständen eine "Studie" erstellt werden kann, ist völlig unklar, aber es geht ja auch um etwas ganz anderes: Es handelt sich um einere weitere Lobby-Arbeit, um in Brüssel die Schließung (nicht Verbesserung!) aller Zoos zu erreichen, wie sich schon aus der Bezeichnung dieses Tierrechtler-Bündnisses ergibt: ENDCAP = End Captivity. Eine radikale Minderheit unter den Tierschützern will alle Zoos komplett abschaffen und versuchen nun mit pseudowissenschaftlichen Veröffentlichungen Eindruck in Brüssel und bei Journalisten zu schinden, die sich nicht die Mühe machen, selbst nachzurecherchieren. Nachlesen und einene Meinung bilden: http://www.bornfree.org.uk/zooreports/Belgium-en/pages/BELGIUM_Zoo_Report_ENGLISH.pdf

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