Krombacher-Aktion Bei Kronkorken-Gewinnen hört die Freundschaft auf

Fünf Freunde verbringen ein Wochenende am See und haben zwei Kästen Bier dabei. Einer der Fünf entdeckt einen Kronkorken mit einem Sofortgewinn – ein Audi A3 Sportback. Es folgt ein Rechtsstreit um die Gewinnaufteilung.
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Ein bei einem Brauerei-Gewinnspiel gewonnenes Auto hat eine Freundes-Clique gesprengt und auch die Justiz beschäftigt. Quelle: dpa
Streit wegen Kronkorken-Gewinn

Ein bei einem Brauerei-Gewinnspiel gewonnenes Auto hat eine Freundes-Clique gesprengt und auch die Justiz beschäftigt.

(Foto: dpa)

ArnsbergFünf Freunde fahren gemeinsam weg, sie wollen ein Wochenende am hessischen Edersee verbringen, die Kosten teilen sie und zwei Kästen Bier haben sie auch dabei. In einem der Kronkorken verbirgt sich ein Sofortgewinn, ein Auto. „Meins“, sagt der eine und streicht den Wagen ein. „Unseres“, meinen die anderen. Weil bei Geld die Freundschaft bekanntlich aufhört, zerstreiten sich die Fünf – und eine von ihnen klagt auf ihren Anteil.

Letztlich erfolgreich: Denn wenn die Kosten für die Reise geteilt wurden, hätte die Gruppe auch den Gewinn des Glücks-Kronkorkens aufteilen müssen, entschied das Landgericht in Arnsberg am Donnerstag.

Nicht nur im kleinen Ort Schmallenberg in Nordrhein-Westfalen war der Streit um den Kronkorken monatelang ein Thema, auch bundesweit machte der Zwist der Zecher Schlagzeilen. Und löste eine spannende juristische Debatte aus über die Grenzen des Besitzes.

Die Fronten des zerstrittenen Freundeskreises sind verhärtet. Einen vor einigen Wochen vorgeschlagenen Vergleich der Kammer hatten die beiden einstigen Freunde und heutigen Streithähne bereits abgelehnt, dem einen war es zu viel, der anderen zu wenig. An der Verkündung im kleinen Arnsberger Gerichtssaal nahm am Donnerstag nur die Anwältin der Klägerin teil.

Was war passiert damals? Einer der Freunde aus dem sauerländischen Schmallenberg hatte das entscheidende Autosymbol auf der Innenseite eines achtlos auf den Tisch geworfenen Kronkorkens entdeckt und den Wagen bei der Kronkorken-Aktion der Brauerei Krombacher im Frühjahr 2015 gewonnen. Die Brauerei übergab ihm einen von insgesamt 111 ausgelobten Audi A3 Sportback, der Mann fuhr das Auto auch eine Weile und verkaufte den Wagen dann.

Die Richter schlugen deshalb vor, den Betrag für das für 17.500 Euro weiterverkaufte Auto einfach durch die Anzahl der Freunde zu teilen. 3500 Euro für jeden also. Das war der klagenden Frau aber nicht genug. Für sie war nicht der Listenpreis maßgeblich, sondern der Wert bei Auslieferung, der um ein Vielfaches höher gewesen sei. Sie klagte auf 5736 Euro Anteil, das Gericht sprach ihr nun fast 4300 Euro zu, das ist ein Fünftel des Marktwertes für den neuen Wagen.

„Es war auch ein Spiel untereinander, weil immer der Zufall mit im Raum stand“, argumentierte Matthias Schütte, der Anwalt des beklagten Gewinners, vor der Entscheidung. Das sieht Melanie Schulze anders: „Wir meinen, dass es nur fair ist, dass bei geteilten Kosten auch alle am Gewinn beteiligt werden“, sagte die Anwältin.

Für den jungen beklagten Schmallenberger könnte es noch dicker kommen: Er muss damit rechnen, dass auch die anderen drei Ex-Freunde ihren Anteil am Gewinn einklagen werden. Teil des Freundeskreises ist er bereits nicht mehr, sagte Schulze.

Ohne Alkohol, aber mit Koriandergeschmack
Alkoholfreies Bier
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Branchenexperten sehen alkoholfreies Bier als starken Trend. Der Absatz stieg 2015 dem Deutschen Brauer-Bund (DBB) zufolge um vier Prozent auf 5,24 Millionen Hektoliter. Inzwischen mache er immerhin 5,6 Prozent der Gesamtbierproduktion aus. „Wir erwarten auch, dass dieser Anteil weiter steigt“, sagt der Sprecher des DBB, Marc-Oliver Huhnholz.

Ungeahnte Verbraucher
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„Für uns Brauer halte ich das für ganz wichtig“, sagt der Präsident der Privaten Brauereien Bayern, Gerhard Ilgenfritz (r.). Hier mit Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) im Bild. Somit könne man neue Verbraucher erreichen, die normalerweise alkoholfreie Getränke trinken. Laut Huhnholz haben deutsche Brauereien durch nichtalkoholisches Bier mehrere Zehntausend Haushalte dazugewonnen. Ilgenfritz zufolge können Brauereien mit alkoholfreiem Bier auch Biertrinker an sich binden.

Craft Beer
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Der Trend ist aus den USA herüber geschwappt. Indian Pale Ale oder Bier mit dem Aroma von Orangenschalen und Koriander – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Mit den gut 100 neuen Brauereien, die zwischen 2005 und 2015 gegründet worden seien und sich zum großen Teil als Craft-Beer-Brauereien bezeichneten, gebe es eine immer größer werdende Biervielfalt in Deutschland, erklärt Huhnholz.

Neue Techniken
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Zudem würden kleine und mittlere Brauereien vermehrt innerhalb des Reinheitsgebots etwa durch neue Hopfenarten oder Brautechniken Craft Beer produzieren, sagt Jens Kalrait, der die Craft Beer Corner an der Nürnberger Getränkefachmesse BrauBeviale organisiert. Selbst große Brauereien, etwa Beck's, bringen inzwischen ihre eigenen sogenannten Craft Biere auf den Markt.

Es bleibt exotisch
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Mehr Vielfalt, ja – aber mehr Absatz? Nicht wirklich. „Der Markt hat sich dadurch nicht wesentlich verändert“, sagt Huhnholz. Die reinen sogenannten Craft-Beer-Brauereien brauen nach Einschätzungen des DBB nur maximal 0,2 bis 0,5 Prozent der Biermenge. Wie viel Craft Biere von mittleren oder großen Brauereien abgesetzt werden, könne man zudem nicht messen. Huhnholz meint, diese Biere würden in den kommenden Jahren ihre Nische auf dem Markt finden – das Segment werde aber vom Volumen her nicht stark wachsen.

Biermischgetränke
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Das Radler ist altbekannt. Im Getränkeregal übertreffen sich aber inzwischen die Brauereien mit den unterschiedlichsten Geschmackssorten: Von Beck's Summer Holunder bis Veltins V+ Curuba und Schöfferhofer Grapefruit. „Dieses Segment hatte bis vor einigen Jahren eine sehr positive Entwicklung im Biermarkt“, sagt Huhnholz. Allerdings sei es seitdem nicht stark gewachsen.

Ohne Alkohol
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Dem DBB zufolge lag der Marktanteil der Biermischgetränke im vergangenen Jahr bei 4,2 Prozent. „Es gibt immer wieder neue Geschmacksrichtungen, aber wir erwarten keine große Expansion des Segments.“ 2015 ging der Absatz nach Angaben des DBB um 2,9 Prozent auf rund 4 Millionen Hektoliter zurück. Allerdings entwickeln sich die alkoholfreien Mischgetränke laut Huhnholz ähnlich gut wie alkoholfreie Biere.

  • dpa
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