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Krümelmonster-Krimi: Goldener Keks vor Uni gefunden

Ein goldener Keks ist aufgetaucht – vermutlich der gestohlene des Bahlsen-Konzerns. Der vermeintliche Dieb, das Krümelmonster, hatte in einem Brief bereits angekündigt, das Wahrzeichen zurückzugeben.

Ein Keks ist aufgetaucht: Ist es der gestohlene? Foto: Twitter (@lsinger)
Ein Keks ist aufgetaucht: Ist es der gestohlene? Foto: Twitter (@lsinger)

HannoverDer Keks ist wohl wieder da, doch der „Krümelmonster“-Krimi geht weiter: Am Sachsenross vor der Leibniz Uni in Hannover ist ein goldener Keks entdeckt worden. Die Polizei untersuchte am Dienstag, ob es sich tatsächlich um das entwendete Kunstwerk der Firma Bahlsen handelt. Die Echtheit werde geprüft, sagte ein Polizeisprecher am Vormittag. Das 100 Jahre alte Kunstwerk war Mitte Januar vom Firmen-Stammhaus verschwunden.

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Zahlreiche Schaulustige beobachteten am Morgen, wie Polizei und Feuerwehr mit einer Leiter den mit einer roten Schleife verzierten Keks aus rund fünf Meter Höhe vom Denkmal abnahmen. Der Kriminaltechniker trug dabei Handschuhe und Mundschutz. Die Beamten ermitteln wegen des Verdachts der versuchten Erpressung. Bisher ist völlig unklar, wer hinter dem Keks-Diebstahl steckt. Der Fundort legt nun nahe, es könnte sich um einen Studentenstreich handeln.

Bahlsen-Erpressung Der Krümel-Krimi hält Hannover in Atem

Die Polizei tappt im Dunkeln, dem Bahlsen-Chef ist nicht nach Lachen.

Ähnlich versessen auf den Keks wie das Sesamstraßen-Figur waren am Morgen die Fotografen auf den goldenen Keks: „Journalisten betteln verzweifelt den Polizeibeamten an: ,Wir brauchen den Keks! Einmal hochhalten!'", twitterte Leif Singer vom Fundort.

Von Bahlsen gab es zunächst keine Stellungnahme zum Auftauchen des goldenen Kekses am Sachsenross. Unternehmenschef Werner M. Bahlsen hatte eine Spende von 52 000 Kekspackungen versprochen, sollte der vergoldete Leibniz Keks wieder auftauchen. Anhand des Gewichts und des Materials wollen die Ermittler nun herausfinden, ob das Fundstück tatsächlich der Original-Keks ist. „Ich hoffe, dass wir heute ein Ergebnis bekommen“, sagte der Polizeisprecher.

Spätestens seit sich das angebliche Krümelmonster eingeschaltet hat, sorgte der Keks-Krimi von Hannover auch international für Schlagzeilen. Dem ersten Bekennerbrief lag ein Foto bei. Es zeigt eine Person in einer Art Krümelmonster-Kostüm, die in einen riesigen goldenen Keks beißt.

Der vermeintliche Dieb hatte zuletzt allerdings in einem Brief die Rückgabe des Bahlsen-Wahrzeichen in Form eines vergoldeten Kekses angekündigt. Das aus Schlagzeilen zusammengeschnipselte Schreiben war am Montag bei der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ eingegangen. Darin heißt es wörtlich: „Weil der Werni den Keks so lieb hat wie ich und der jetzt immer weint und den Keks ganz dolle vermisst geb ich den zurück!!!“

  • 04.02.2013, 18:09 UhrMintkatze

    Also ich sag dazu ganz ehrlich: auf den ersten Blick klingt die Aktion zwar lustig, aber auf den zweiten Blick ist und bleibt das Ganz eine Straftat!! Denn Diebstahl und Erpressung sind einfach glasklare Straftaten, die rechtlich verfolgt werden müssen. So zumindest steht es in unserem Strafgesetzbuch drin.

    Aber - und jetzt kommt das, was die Aktion so witzig und so merkwürdig macht. Und zwar ist es so, dass hier der Dieb also das falsche "Krümelmonster" hier eine Spende von 52.000 Kekspackungen an das Kinderkrankenhaus in Hannover-Langenhagen (genauer gesagt die Kinderkrebsstation) und eine Spende von 1.000 Euronen an ein Tierheim will.

    Das zeigt, dass der Dieb wirklich Kinder zu mögen scheint und auch ein großes Faible für Tiere zu haben scheint.

    Und der dritte Punkt ist, dass das falsche Krümelmonster den Firmenchef mit "Werni" anspricht. Daraus zeigt sich: dass könnte jemand aus dem Bekanntenkreis des Firmenchefs oder sogar ein Promi sein....

    Aber trotzdem: Diebstahl und Erpressung bleiben einfach Straftaten. Daher meine ich: wenn man so eine Aktion schon vorhat, dann sollte man sowas vorher gegenseitig absprechen und nicht den illegalen Weg gehen. Sowas geht einfach nicht. Aber die Spende ist trotzdem schon mal ein guter Akt.

  • 04.02.2013, 18:57 UhrMintkatze

    Also ich hab mir da mal Gedanken gemacht, wie man diese Situation vielleicht noch retten könnte ohne Strafanzeige. Aber dafür müsste das falsche Krümelmonster hier zwei Vorbedingungen erfüllen:

    1. bedingungslose Rückgabe des goldenen Kekses
    2. Offenbarung, wer hinter der Maske steckt

    Danach könnte man in der Tat darüber reden, ob man diese Sache nicht gütlich ohne Strafanzeige beilegen könnte und das ganze sogar noch in einen gemeinsamen PR-Gag umwandeln könnte. Daher meine ich: wenn hier dieses falsche Krümelmonster diese beiden Bedingungen erfüllt, sollten sowohl die Firma Bahlsen als auch die Gerichte mit sich reden lassen.

    Denn immerhin sind diese Forderungen ja schon eigentlich löblich und edel (Unterstützung einer Kinderkrebsstation im Kinderkrankenhaus Hannover-Langenhagen und eine Unterstützung für ein Tierheim). Von daher kann man schon darüber reden und vielleicht lässt sich das Ganze ja noch gütlich in eine echte PR-Aktion umwandeln

  • 04.02.2013, 19:13 UhrGnomon

    Tut mir leid, aber das wird nicht funktionieren. Die Strafverfolgung erfolgt hier von Amts wegen und nicht aufgrund eines Strafantrags. Das der Täter durch einen Staatsanwalt angeklagt werden muss, ist nicht verhandelbar.

    Die Rechtsordnung differenziert zu Recht nicht nach den Motiven für eine Straftat. Denn obgleich diese mehr oder weniger konsensfähig sind, haben auch die RAF Terroristen oder sonstige Straftäter vor Gericht vorgebracht, dass sie die Straftat aus übergeordneten Allgemeinwohlgründen oder weil der Angehörgie schwer krank ist oder weil man den "Armen helfen" wollte, begangen haben.

    Auch Robin Hood würde bei uns eine langjährige Haftstrafe erwarten.

    Seit Immanuel Kant gilt in Deutschland die rechtsphilosphische Erkenntnis, dass wir Recht und Moral besser trennen sollten. Wer gegem bestehendes Recht schuldhaft verstößt, wird bestraft. Und das ist als Ergebnis einer rund 1000 jährigen Rechtsgeschichte, in der so ziemlich alles, was wir heute bisweilen diskutieren, schonmal da war, auch richtig und gerecht.

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