Kult
Japans Kirschbäume schimmeln

Eine am Montag veröffentlichte Untersuchung des japanischen Blumenverbandes brachte es ans Licht: Nippons Kirschbäumen droht Unheil durch eine Schimmelerkrankung. An 25 Stellen in 18 Provinzen sind die Kirschbäume vom Schimmel befallen. Im schlimmsten Fall könnte die Bäume in etwa zehn Jahren keine Blüten tragen oder sogar absterben.

HB TOKIO. Angesichts der bevorstehenden Kirschblütensaison empfehle der Verband daher, die befallenen Stellen von den Bäumen zu entfernen. Zugleich hieß es aber zur öffentlichen Beruhigung, dass die Gesundheit von Menschen nicht gefährdet sei.

Für die Bewohner des fernöstlichen Inselreiches liegt der Reiz der Kirschblüte in ihrer vergänglichen Schönheit. Im Mittelalter galt sie den Samurai, die jederzeit zum Sterben bereit sein mussten, als Symbol ihres Ritterstandes.

Und Kamikaze-Piloten schmückten sich während des Krieges mit Sakura, bevor sie sich in den Tod herabstürzten.Heutzutage betreiben die Japaner ihren Kult um die Kirschblüte auf friedliche, wenngleich bisweilen arg ausgelassene Weise. Familien, Freunde und Firmenbelegschaften zieht es alljährlich zur Hana-mi, der Blütenschau, unter die Kirschbäume. Man singt, isst, trinkt und tratscht - und hinterlässt am Ende Berge von Abfall.

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