Kurz vor dem Jahrestag des Geiseldramas
Schule von Beslan von Dieben geplündert

Im russischen Beslan haben Diebe kurz vor dem Jahrestag des Geiseldramas den Neubau der Schule, die das im vergangenen Jahr zerstörte Gebäude ersetzen soll, geplündert. Aus der neuen Schule stahlen die Diebe Ausrüstung im Wert von umgerechnet rund 4300 Euro.

HB MOSKAU. Polizisten durchkämmten die Kleinstadt auf der Suche nach Computern, die zum Zeitpunkt des Diebstahls noch verpackt waren.

Der Neubaus soll im kommenden Monat zum neuen Schuljahr eröffnet werden, ein Jahr nach dem Geiseldrama, bei dem 330 Menschen - die Hälfte davon Kinder - starben. „Die Räuber müssen gewusst haben, wie die Schule bewacht wurde. Natürlich können es nur Leute gewesen sein, die dort gearbeitet haben. Sie müssen ortsansässig sein“, sagte ein Sprecher der Polizei am Dienstag. Die Polizei bezeichnete den Diebstahl als „Beleidigung unserer Ehre“. Der Ministerpräsident der russischen Kaukasusrepublik Nordossetien und die führenden Polizeioffiziere verfolgen die Ermittlungen dem Polizeisprecher zufolge persönlich.

Ein Jahr nach dem Geiseldrama ist an den Trümmern der Schule Nummer Eins in Beslan nichts verändert worden. Die rußgeschwärzten Dachsparren der Turnhalle ragen immer noch ungeschützt in den Himmel und Blumen und Gedenkbotschaften liegen auf dem Boden des Ortes, an dem tschetschenische Separatisten mehr als 1000 Menschen drei Tage lang als Geiseln hielten. Der größte Teil der Rebellen wurde bei der Erstürmung der Turnhalle durch die russischen Sicherheitskräfte getötet.

Ein überlebender Tschetschene ist wegen Terrorismus und Mords angeklagt worden und steht in der Stadt Wladikawkas vor Gericht. Dieser weist die Vorwürfe aber zurück und behauptet, er sei in der Schule gewesen, weil die Rebellen ihn zuvor entführt hätten.

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