L.A. Crash
Wenig Zuschauer für besten Film

Der mit einem Oscar ausgzeichnete Film „L.A. Crash“ hat in Deutschland so wenige Zuschauer wie selten zuvor ein Oscar-Sieger gehabt: Nur 217 000 Besucher wollten das am 4. August 2005 in den deutschen Kinos gestartete Regiedebüt des renommierten Drehbuchautors Paul Haggis sehen.

HB LOS ANGELES. Haggis, Drehbuchautor des letztjährigen Oscar-Gewinners „Million Dollar Baby“, zeigt in „L.A. Crash“, wie sich die Schicksale von zwölf Menschen in der Riesenstadt Los Angeles binnen 36 Stunden begegnen und auch wieder distanzieren. Es ist eine ebenso spannende wie beunruhigende Studie über die Brüchigkeit der multikulturellen Stadtgesellschaft im explosiven Gemisch der Rassen und Religionen. Haggis konnte trotz des sehr geringen Etats von 6,5 Millionen Dollars eine ganze Reihe bekannter Schauspieler für sein Projekt gewinnen, darunter Sandra Bullock, Matt Dillon, Don Cheadle und Brendan Fraser.

Die Wege und Handlungen der Figuren sind kunstvoll miteinander verwoben. Auf eine schematische Trennung zwischen Guten und Bösen, in Hollywood eigentlich unerlässlich, verzichtet der Regisseur, nicht aber auf ein fast märchenhaft versöhnliches Ende. Zuvor entwirft Haggis das ungeschminkte Bild einer legendenumwobenen Metropole, deren menschlicher Alltag hart, oft gewalttätig und unpersönlich ist. Haggis selbst hat das so formuliert:„In jeder anderen Stadt wird man beim Gehen angerempelt, in L.A. berührt dich niemand. Die Leute vermissen die Berührung so sehr, dass sie Kollisionen verursachen, um etwas zu spüren.“ „L.A. Crash“ sollte nach seinem überraschenden Oscar-Erfolg einen neue Chance in den deutschen Kinos erhalten.

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