Lage am Oroville-Staudamm Es drohen weitere Fluten

Nach heftigen Regenfällen sind Stauseen in Kalifornien zum Bersten voll. Wegen Schäden am Oroville-Staudamm mussten Anwohner vorsichtshalber das Gebiet räumen. Eine Katastrophe konnte bisher abgewendet werden.
Update: 14.02.2017 - 13:59 Uhr Kommentieren

Angst vor Staudamm-Bruch

SacramentoEine Flutkatastrophe in Nordkalifornien ist vorerst abgewendet, doch für Zehntausende Menschen am Oroville-Stausee gibt es noch keine Entwarnung. Nach einer Massenevakuierung am Wochenende mussten die Anwohner am Montag weiter das Gebiet meiden. Befürchtet wurde, dass die für die kommenden Tage angekündigten Stürme und Regenfälle die Abflusskanäle am Oroville-Staudamm, der größten Talsperre der USA, erneut belasten und doch einreißen lassen könnten.

Der drohende Kollaps eines beschädigten Abflusskanals hatte die Behörden am Wochenende im Alarmbereitschaft versetzt. Fast 190 000 Menschen in den umliegenden Bezirken waren aufgefordert worden, sich in Sicherheit zu bringen. Für andere galt die Anweisung, im Notfall auf eine schnelle Evakuierung vorbereitet zu sein.

Am Montag ließ der Butte-Bezirk, in dem sich der Oroville-Staudamm befindet, auch sein Gefängnis räumen. Alle 578 Häftlinge wurden nach Sheriff-Angaben in eine Haftanstalt ins rund 200 Kilometer entfernte Alameda County gebracht.

Kalifornien fürchtet neue Wassermassen
Wasser ablassen
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Die Reparaturarbeiten an dem beschädigten Notüberlauf des Oroville-Damms laufen auf Hochtouren. Wegen neuer Wassermassen durch einen Sturm wurde vorsorglich neues Wasser aus dem See abgelassen, um die Gefahr eines Dammbruchs zu reduzieren.

Reparaturen
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Ein Hubschrauber fliegt am Freitag in der Nähe von Oroville einen Lagerplatz für mit Steinen gefüllte Säcke an. Sie werden zum beschädigten Notüberlauf am Staudamm transportiert.

Beton
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Zahlreiche Betonmischer warten auf dem Damm des Oroville-Stausees, um ihre Ladung zum beschädigten Notüberlauf des Staudamms zu bringen. Die Anlage liegt rund 125 Kilometer nördlich von Sacramento im US-Bundesstaat Kalifornien.

Helikopter
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Auch Spezial-Helikopter sind im Einsatz, um schnellstmöglich Gestein zur Befestigung des überfluteten Damms zu bringen.

Gestein
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Schweres Gerät ist im Einsatz, um Tonnen von Gestein zur Sicherung des Damms heranzuschaffen.

Sturm
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Auf dem Satellitenbild vom Freitag erkennt man einen mächtigen Sturm, der sich in Richtung Kalifornien bewegt und in diesen Tagen neue Regelfälle mit sich bringt.

Schäden
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Der hohe Wasserstand drückt auf die Staumauer – beim Versuch vor eineinhalb Wochen, das Wasser abzulassen, wurden die Schäden am Damm offensichtlich. Seitdem laufen die Reparaturarbeiten an der Anlage.

Auslöser für die drohende Überschwemmungskatastrophe war der Abfluss von Wassermassen aus dem prall gefüllten Stausee über einen bisher noch nie benutzten Hochwasserüberlauf. Am Sonntag entdeckten Ingenieure Risse im Erdreich. Ein Abrutschen des Hangs hätte eine Flutwelle auslösen können. Vorsichtshalber ordneten die Behörden die Räumung mehrerer Ortschaften an.

Der Wasserspiegel des Sees war am Montag so weit gefallen, dass der Notüberlauf nicht mehr benutzt werden musste. Stattdessen wurde mehr Wasser durch einen anderen Seitenkanal abgelassen, der allerdings auch beschädigt ist. Beide Anlagen sollten schnell befestigt werden, hieß es am Montag. Dazu wurden mit Steinen gefüllte Säcke per Hubschrauber abgesetzt.

Nancy Albrecht, eine Deutschlehrerin in Yuba City, erhielt am Sonntag die Nachricht von den Räumungen. Yuba liegt am Feather River, dem Fluss, dessen Wasser der Damm zum künstlichen Oroville-See staut. „Mein Mann hat einige Koffer gepackt, aber die Straßen waren alle verstopft, er blieb daher im Haus“, sagte Albrecht der Deutschen Presse-Agentur. Sie selbst hielt sich bei Freunden außerhalb der möglichen Gefahrenzone auf.

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