Lage bleibt bedrohlich
„Land unter" in Südfrankreich

Nach der Hitzewelle im Sommer mit verheerenden Waldbränden versinken weite Landstriche zwischen Marseille, Avignon und Lyon jetzt in reißenden Fluten. Bis Mittwoch starben fünf Menschen.

HB LYON/PARIS. Nach neuen heftigen Regenfällen könnten sich die Überschwemmungen im Südosten Frankreichs nach Einschätzung der Regierung zu einer Jahrhundertflut ausweiten. Präsident Jacques Chirac sicherte den Betroffenen am Mittwoch die Solidarität des Landes zu. Die Regierung kündigte Hilfen in Höhe von zwölf Mill. € an.

In den Überschwemmungsgebieten entlang der Rhone von Lyon nach Marseille erwarteten die Behörden die höchsten Pegelstände. Bislang kamen in den Fluten mindestens vier Menschen ums Leben, rund 7600 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Der staatliche Energiekonzern Electricite de France (EdF) nahm an der Rhone zwei weitere Atomreaktoren vom Netz. Insgesamt waren damit vier Reaktoren heruntergefahren.

Der Krisenstab der Regierung setzte Fremdenlegionäre ein, um der Bevölkerung zu helfen. Straßen- und Eisenbahnverbindungen, die Trinkwasserversorgung und Telefonverbindungen waren am Mittwoch in weiten Teilen unterbrochen. Mehr als 6000 Helfer, Polizisten und Feuerwehrleute brachten die Menschen mit Rettungsbooten außer Gefahr, sicherten an kritischen Stellen Deiche ab, räumten Hindernisse weg oder stützten Gebäude ab. „Die Lage bleibt bedrohlich“, warnten die Meteorologen des französischen Wetterdienstes.

„Heute könnten wir eine Jahrhundertflut erleben“, sagte ein Regierungssprecher dem Radiosender Europe 1. „Wir müssen alle unsere Kräfte mobilisieren.“ Da der Regen nach Westen abzieht, warnten die Behörden auch vor Überschwemmungen in den Pyrenäen. An der Mittelmeerküste könnten die Stürme in Böen eine Windgeschwindigkeit von bis zu 140 Kilometern pro Stunde erreichen.

Seite 1:

„Land unter" in Südfrankreich

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%