Lage in Innsbruck etwas entspannt
Tirol und Vorarlberg teilweise von Außenwelt abgeschnitten

Ein Jahrhundert-Hochwasser hat am Dienstag im Westen Österreichs gewaltige Schäden angerichtet und mindestens einen Menschen getötet. Damit stieg die Zahl der Unwettertoten in dem Alpenland insgesamt auf mindestens zwei. Zwei weitere Menschen wurden in Vorarlberg von den Wassermassen mitgerissen und galten als vermisst.

HB INNSBRUCK/BREGENZ/WIEN. Zahlreiche Orte im Westen Tirols und Vorarlbergs waren stundenlang von der Außenwelt abgeschnitten. Einige Orte konnten bis zum Abend noch nicht erreicht werden. Dagegen hat sich die Lage in Innsbruck bis zum Abend etwas entspannt.

Die Brücke der Inntalautobahn A 12 bei Kufstein musste am Nachmittag gesperrt werden. Durch Dutzende Murenabgänge und Erdrutsche wurde die Telefonverbindung nach Vorarlberg unterbrochen.

„Dies ist schlimmer als die Jahrhundert-Katastrophe von 1999“, sagte der Ministerpräsident Vorarlbergs, Herbert Sausgruber. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel berief für Mittwoch eine Sondersitzung seines Kabinetts ein, um über Hilfe für das Katastrophengebiet zu beraten.

In den am schlimmsten betroffenen Orten fielen Strom- und Trinkwasserversorgung aus. Tausende Helfer, darunter auch hunderte Soldaten des österreichischen Bundesheeres, waren mit Spezialbooten unterwegs, um Menschen aus ihren überfluteten Häusern zu retten.

Hubschrauber waren ununterbrochen im Einsatz, um Eingeschlossene zu bergen. Das ganze Ausmaß der Katastrophe blieb unklar, da zahlreiche durch die Wassermassen abgeschnittene Orte nicht erreichbar waren.

Besonders betroffen waren nach Angaben der Einsatzleitung das Tiroler Ober- und Unterland und der Bregenzer Wald. Im Paznauntal in Tirol wurden nach Angaben der Nachrichtenagentur APA 30 Prozent des Straßennetzes zerstört. Praktisch alle Brücken über die Trisanna sind durch die Gewalt des Wassers zerstört.

Der Touristenort Lech am Arlberg war von der Außenwelt abgeschnitten. Hier mussten 16 Hotels im Ortskern evakuiert werden. Bedrohlich wurde die Lage auch in Feldkirch (Vorarlberg) und in Tirols Landeshauptstadt Innsbruck, wo der Wasserstand des Inns während des Tages um etwa 25 Zentimeter pro Stunde anstieg. Hier waren schon am Vormittag alle Brücken wegen Hochwassers geschlossen worden. Die meisten wurden jedoch am Abend wieder für den Verkehr frei gegeben.

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