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Lage weiter angespannt : Hochwasserwelle bahnt sich Weg nach Norden

Die einen hoffen noch, die anderen müssen sich dem Hochwasser geschlagen geben. Tausende verlassen wegen der Elbeflut ihre Häuser. Jetzt droht den Helfern neues Ungemach von oben – von Frankreich aus ziehen Gewitter auf.

In Magdeburg wird ein Pegelstadt von bis zu 7,40 Metern erwartet. Im Normalfall sind es zwei Meter. Quelle: dpa
In Magdeburg wird ein Pegelstadt von bis zu 7,40 Metern erwartet. Im Normalfall sind es zwei Meter. Quelle: dpa

Berlin/MagdeburgWährend sich die Hochwasserwelle weiter nach Norden verlagert, bleibt die Lage in einigen von Überschwemmung bedrohten Orten Ostdeutschlands angespannt. Ernst war die Situation nach Angaben der Krisenstäbe am Samstag unter anderem im brandenburgischen Mühlberg sowie in Bitterfeld in Sachsen-Anhalt.

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Die Hochwasserlage in Magdeburg ist nach Einschätzung der Behörden so kritisch wie noch nie. Über eine Länge von 20 Kilometern seien mehrere Deiche zu verteidigen, teilten Ministerpräsident Reiner Haseloff, Innenminister Holger Stahlknecht (beide CDU) und Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) mit. „Die nächsten Tage werden extrem und schwierig“, sagte Trümper. Er gehe davon aus, dass nicht alle Bereiche geschützt werden könnten. Am Samstag um 13.00 Uhr stand der Pegel der Elbe bereits bei 7,37 Metern, 7,40 Meter werden als Höchststand erwartet, normal sind 2,00 Meter.

Aktuelle Lage in Bildern Das Hochwasser wird zur Rekordflut

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„Die Kräfte müssen immer am richtigen Ort eingesetzt werden, das bedeutet, dass nicht alle Standorte gehalten werden können“, sagte auch Innenminister Stahlknecht. Drei Stellen gelten in Magdeburg als besonders gefährdet. Am kritischsten ist der Abschnitt bei Pechau im Osten der Stadt, wo der Deich zu brechen drohte. „Wenn das passiert, läuft der ostelbische Teil voll wie eine Badewanne“, befürchtete Trümper. „Wenn das Wasser kommt, kommt es langsam“, betonte er. „Wir spielen nicht mit dem Leben von Menschen.“

In Magdeburg-Werder, einer Insel in der Elbe, wurde bereits ein Altenpflegeheim evakuiert. Gefahr besteht auch im Stadtteil Rothensee, in dem ein großer Binnenhafen und viel Industrie angesiedelt sind. Erst vor wenigen Jahren seien im Hafenbereich die Schutzmauern auf 7 Meter erhöht worden. „Wir hätten nicht gedacht, dass wir die Deiche gegen 7,40 Meter verteidigen müssen“, sagte Trümper. Ministerpräsident Haseloff lobte die Bürger: „Sie bleiben ruhig und zeigen viel Verantwortungsbewusstsein.“

Die Bundeswehr hat mittlerweile rund 7000 Kräfte in Sachsen-Anhalt oder auf dem Weg dorthin, 1700 davon in Magdeburg. Einsatzleiter Holger Platz lobte die freiwilligen Helfer: „Das Engagement der Freiwilligen ist beeindruckend. Sie entlasten Bundeswehr, THW und Feuerwehren enorm“, sagte er.

Doch jetzt droht den Helfer neues Ungemach von oben. Von Frankreich kommt ein Tiefdruckgebiet, das neben teils unwetterartigen Gewittern auch Dauerregen bringt. Diese Kombination mache die Lage weiterhin brisant, sagte Dorothea Paetzold vom Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Samstag. „Die Regenmengen, mit denen man rechnen muss, sind schwer abzuschätzen“, teilte der DWD weiter mit. „Regional werden sicherlich von Sonntagmittag bis Dienstagfrüh mehr als 50 Liter pro Quadratmeter fallen.“ Am Dienstag sei der ganze Spuk aber vorbei, sagte die Meteorologin.

Am Samstag sollte es vom südlichen Rheinland-Pfalz bis nach Sachsen hinein erste, örtlich begrenzte Gewitter mit Starkregen, Sturmböen oder auch Hagel geben.

Das Tief „Ira“ trifft dann in der Nacht zum Sonntag auf den Südwesten Deutschlands und bestimmt das Wetter in der Südhälfte. Es lädt Gewitter und Dauerregen ab, schütten wird es insbesondere in Baden-Württemberg und Bayern. Es sei noch nicht klar, inwiefern Thüringen und Sachsen von dem Dauerregen betroffen sein werden - oder ob überhaupt.

Auch in Mühlberg blieb die Hochwasserlage angespannt. Zwar sank der Pegelstand der Elbe bis zum Samstagvormittag gegenüber dem Höchststand vom Vortag um 22 Zentimeter, für die Stadt gelte aber weiter Katastrophenalarm, teilte das Innenministerium in Potsdam mit. Wegen der Hochwassergefahr hatte der Landrat des Kreises Elbe-Elster am Freitag die Räumung der Stadt angeordnet. Zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert wurden auch die Einwohner von mehreren Gemeinden am Zusammenfluss von Elbe und Saale.

  • 08.06.2013, 17:02 Uhrpool

    Wir warten auf die Flut, ja, wir warten auf das Christkindel.

    Dass die Konzerne einen Krieg gegen die Natur führen, sollte spätestens seit der Umweltbewegung aus den 70er Jahren bekannt sein. Geblieben ist alles beim Alten: Atomgaus, Erdölleckagen, Brunnenvergiftung, Überschwemmungen und Fehlplanungen!
    Anstatt eine Änderung der Einstellung zu erzwingen, entdecken die Medien den alten Nazi in sich, hilft dem ausgewiesenen Verbrecher Helmut Kohl noch mal richtig Gas zu geben, die Verfassung zu brechen, das Volk zu belügen und übergibt Europa den Trusts.

    Die Schäden dieses Hochwassers zahlen alle ausser den Tätern: Konzerne, Medien, Politiker - wir, die Bürger. Und kriegen von den Tätern Unterhaltung satt dafür: voryeuristische Bilder, mit denen sie jetzt aus dem Leid der Landsleute Kapital schlagen. Ist das nicht doch irgendwie widerlich, Journalist zu sein und davon zu leben, alles zu zerstören und die Bevölkerung zu verarschen?






  • 08.06.2013, 17:24 UhrKleinErna

    Dann müssen wir wohl jetzt die ganze korrupte Griechenhilfe zurückpfeifen ....... und den ESM plündern - damit wir den Flutopfern helfen können!? Das ist alternativlos .... und sogar systemrelevant! Hören Sie zu, Frau Merkel?

  • 08.06.2013, 17:36 UhrRepublikaner

    Keinen Cent mehr für die EU, solange nicht alle Deiche repariert, alle Straßen wiederhergerichtet und alle Häuser wieder beziehbar sind.
    100 Mio für die Opfer der Flutkatastrophe und zig Milliarden für GR? Diese Frage ist am 22. Sept. mit einem Kreuz zu beantworten!

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