Lambertz-Chef
Bum-Bum Bühlbecker

Fast wäre Hermann Bühlbecker Tennis-Profi geworden. Doch er entschied sich für Süßwaren. Heute führt er die Gebäckfirma Lambertz und spielt mit Prominenten. Wie der Aachener Kekskönig mit Bällen und Business punktet.

Der Beifahrersitz ist ganz bis nach vorn geschoben. Hermann Bühlbecker sitzt trotzdem mit angezogenen Beinen im Fond. Seine grau melierten Haare sind akkurat nach hinten gekämmt, der Fünf-Tage-Bart perfekt getrimmt. Sein Anzugjackett mit dem typischen Stehkragen hat er ausgezogen. Den Spiegel, der in der Rückenlehne des Maserati Quattroporte eingebaut ist, würdigt er keines Blickes. Der Alleininhaber der Gebäckfirma Lambertz schaut auf, er hat das Bühlbecker-Gesicht aufgelegt, sein Markenzeichen.

Auf vielen Fotos hat man es schon gesehen: Bühlbecker wirkt immer seltsam nüchtern zwischen all den berühmten, beschwingten Köpfen. Seine Miene, seine Frisur, sein Dresscode sind immer gleichförmig, höchstens mal eine Strähne leicht verrutscht, hier mal der Hauch eines Lächelns. Beinahe wie hineingeklebt in all die schöne Society-Welt, über die man vieles liest und erfährt. Und über ihn so wenig. Wie Woody Allen als „Zelig“, der im gleichnamigen Film in Fotos und Filmausschnitten der Zeitgeschichte auftauchte, einmontiert. Teil der Geschichte, aber doch nur ein Protagonist der eigenen Historie.

Er versteckt seine Person hinter dem Mythos. Einiges, was er erzählt, hat man schon gelesen. Und als das Bandgerät verspätet angeschaltet wird, wiederholt er die vergangenen vier Sätze nahezu wortgleich. Auch der Fotograf müht sich, Bühlbeckers Wesen herauszukitzeln, doch vom Bildschirm guckt Zelig zurück.

Man kann sich kaum vorstellen, wie er mit harter Hand ein Unternehmen umkrempelt, vom Konkurskandidaten mit 16 Millionen DM Umsatz zum zweitgrößten Gebäcklieferanten und Bahlsen-Herausforderer mit 462 Millionen Euro Umsatz. Um diesen Hermann Bühlbecker zu entdecken, muss man auf den Tennisplatz.

Die Tennisanlage im Aachener Kurpark, kurz hinter dem Casino gelegen, hat den Charme der 20er-Jahre, als Tennis noch ein Sport der feinen Gesellschaft war. Quadratische Säulen streben himmelwärts, ohne etwas zu tragen. Und wenn Herren in Kniebundhosen spielen würden, wäre das kaum verwunderlich. Nur das Clubhaus ist vor Jahrzehnten mit viel roter Farbe auf Zeitgeist getrimmt worden. Bühlbecker trägt seine Tennistasche zur Umkleidekabine. „Kurhaus Aachen“ steht über dem Eingang. Sein Verein, hier hat er das Spiel mit Filzball und Schläger gelernt.

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