„Land unter“ am Alpenrand - Mehrere Tote
Flut löst Chaos in Alpenregion aus

Reißende Flüsse, Hochwasser mit Rekordständen, Erdrutsche und Muren haben am Dienstag ganze Regionen in Bayern, Österreich und der Schweiz unter Wasser gesetzt. Mehrere Menschen kamen ums Leben und zahlreiche wurden verletzt. Vielerorts mussten Bewohner mit Booten und Hubschraubern gerettet werden und Urlauber ihre Hotels verlassen.

HB MÜNCHEN/WIEN/GENF. Teilweise gab es keinen Strom und kein Trinkwasser. Helfer versuchten mit Sandsäcken die Wassermassen an außer Kontrolle geratenen Flüssen und Bächen zu bannen. Bahnlinien, Brücken, Straßen und Autobahnen wurden gesperrt - darunter auch eine der wichtigsten Transitstrecken Europas, die Inntalautobahn. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) will sich am Donnerstag bei einem seit langem geplanten Besuch in Augsburg über die Lage informieren. Schröder sagte Bayern jede erdenkliche Hilfe zu. Bei Naturkatastrophen müssten parteipolitische Auseinandersetzungen zurück stehen, sagte der Kanzler am Rande einer SPD-Wahlkampfveranstaltung in Kassel.

Das ganze Ausmaß der Schäden war am Dienstag noch nicht abzusehen. Nach Einschätzung von Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) ist das Hochwasser „noch verheerender als das Pfingsthochwasser von 1999“. Damals hatten die Überschwemmungen im Süden und Südwesten Deutschlands einen Schaden von mehr als einer Milliarde Euro angerichtet und sechs Menschenleben gekostet.

Pausenlose heftige Regenfälle hatten seit Tagen die Wasserstände von Flüssen und Seen anschwellen lassen. Seit Sonntag kamen in der Schweiz sechs Menschen ums Leben. In Österreich wurden zwei Menschen durch die Fluten getötet und zwei mitgerissen. Sie werden vermisst.

In Bayern herrschte in mehreren Landkreisen Katastrophenalarm. Tausende Helfer von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Rotem Kreuz und Polizei sowie Freiwillige waren im Einsatz, auch 850 Bundeswehrsoldaten packten mit an. Die Anrainer der Donau bereiteten sich auf eine Flut vor. Entlang des Stroms wurde für Mittwoch die höchste Meldestufe erwartet.

Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) sagte den Flutopfern bei einem Besuch in Eschenlohe, wo ein Damm gebrochen war, Hilfe zu. Die betroffenen Gemeinden würden nicht allein gelassen, versicherte er. Am Mittwoch will er sich mit den Einsatzkräften in Flutregionen treffen.

Der beliebte Kurort Garmisch-Partenkirchen am Fuß der Zugspitze war von der Außenwelt abgeschnitten. Die Loisach war an mehreren Stellen über die Ufer getreten und der kleine Bach Kanker zum reißenden Fluss angeschwollen, er ergoss sich die Hauptstraße hinab.

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