Landgericht Memmingen
Langjährige Haftstrafen wegen des Todes von Karolina

Im Prozess um den Tod der gepeinigten dreijährigen Karolina aus Bayern hat das Landgericht in Memmingen langjährige Haftstrafen verhängt.

HB MEMMINGEN. Die Richter verurteilten den 31 Jahre alten Freund der Mutter Karolinas als Haupttäter zu zehn Jahren und drei Monaten Gefängnis. Nachdem er drei Jahre abgesessen hat, wird er in eine geschlossene psychiatrische Anstalt verlegt. Das Gericht berücksichtigte dabei das Ergebnis des Gutachters, der dem Peiniger Karolinas eine "schwere seelische Abartigkeit" attestiert hatte. Die 26-jährige Mutter des Mädchens erhielt eine Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren.

Damit blieb das Gericht deutlich unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft, die für den Freund der Mutter 13 Jahre Haft und die Einweisung in die Psychiatrie und für die Mutter acht Jahre Haft gefordert hatte. Außerdem erkannten die Richter nicht auf Mord, wie es die Anklage gefordert hatte, sondern auf Körperverletzung mit Todesfolge und Misshandlung Schutzbefohlener. Die Verteidigung hatte für die Angeklagte Freispruch gefordert und für den Mann Gefängnisstrafe unter zehn Jahren mit einer schnellstmöglichen Therapie.

Der Angeklagte hatte das Mädchen Anfang vergangenen Jahres im bayerischen Biberachzell mit Schlägen und Verbrennungen vier Tage lang auf das Grausamste misshandelt. Das bewusstlos geschlagene, bis zur Unkenntlichkeit entstellte Kind hatten die beiden Angeklagten schließlich in einer Krankenhaustoilette in Weißenhorn bei Neu-Ulm abgelegt. Dort wurde Karolina, nackt und kahl geschoren, am 5. Januar 2004 entdeckt. Sie erlag zwei Tage später ihren schweren Hirnverletzungen.

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