Landwirt analysierte Milchproben schon vor drei Jahren
Forscher finden gentechnische Rückstände in Milch

Forscher aus Weihenstephan bei München haben Rückstände von gentechnisch veränderten Pflanzen in Kuhmilch gefunden.

HB MÜNCHEN/HAMBURG. Es seien Bruchstücke der in Pflanzen eingesetzten Gene in Milchproben einer Kuh gefunden worden, die mit Gen-Soja und Gen-Mais gefüttert worden war, bestätigte Prof. Heinrich Meyer vom Wissenschaftszentrum Weihenstephan am Montag. „Es ist kein Ergebnis, das einen zweifelsfreien Rückschluss erlaubt“, unterstrich er jedoch. In einer Untersuchung unter festgelegten Rahmenbedingungen mit eigenen Kühen hätten sich die Ergebnisse der ersten Studie von vor drei Jahren nicht bestätigt.

Die Umweltorganisation Greenpeace hat die Ergebnisse am Montag öffentlich gemacht. In den analysierten Milchproben des Landwirtes konnte demnach die Erbsubstanz von gentechnisch verändertem Roundup Ready Soja und Bt176 Mais nachgewiesen werden.

Nach Greenpeace-Angaben könnten die Gen-Fragmente entweder über die Kuh oder über die Luft in die Milch gelangt sein. Möglicherweise seien die Gen-Rückstände aus Futterstaub im Stall direkt in die frisch gemolkene Milch geraten, erläuterte Greenpeace-Gentechnikexperte Henning Strodthoff. Es sei aber auch denkbar, dass nicht vollständig aufgespaltene Gen-Rückstände im Körper der Kuh die Darmwand passierten und so über das Blut in die Milch gerieten. „Das wäre eine Möglichkeit, wie es passiert sein kann - aber letztlich ist es nicht geklärt.“

In Weihenstephan hieß es hingegen, die Proben des Bauern seien Anlass gewesen für eine „echte“ Studie mit eigenen Kühen. Dabei seien die Kühe vier Wochen lang an streng getrennten Orten gemolken und gefüttert worden. Bei dieser Studie seien keine Gen-Anteile in der Milch gefunden worden. „Die ersten Ergebnisse sind gegenstandslos, weil wir eine ordentliche Kontrollstudie durchgeführt haben“, sagte Meyer.

Die Ergebnisse aus den Proben des Bauern seien vor drei Jahren nicht veröffentlicht worden, weil die Rahmenbedingungen auf dem Hof nicht bekannt gewesen seien. „Es ist immer ein Problem, mit Proben von Dritten zu arbeiten - so was kann man nicht nach außen weitergeben.“

Greenpeace forderte weitere Untersuchungen. Bisher sei angenommen worden, dass Gene der Pflanzen bei der Verdauung abgebaut würden und nicht in Fleisch oder Milch gelangten.

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