Las Vegas Todesschütze hatte Tat wohl genau vorbereitet

Waffen im Hotelzimmer, Kameras vor dem Raum und Geldtransfers – Stephen Paddock traf nach Einschätzung der Polizei einige Vorkehrungen vor seiner Bluttat in Las Vegas. In den Fokus gerät nun auch seine Freundin.
Update: 04.10.2017 - 10:05 Uhr Kommentieren

„Wir hörten etwas, das wie ein Feuerwerk klang“ – Schockierender Bericht einer Augenzeugin

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Las VegasDer mutmaßliche Todesschütze von Las Vegas hatte seine Tat offenbar akribisch geplant. Er nehme an, dass Stephen Paddock Überwachungskameras innerhalb und außerhalb der Suite im 32. Stock des Hotels angebracht habe, sagte Sheriff Joseph Lombardo am Dienstag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz. Eine Kamera sei auf einem Esswagen des Zimmerservice vor dem Raum platziert worden, so Lombardo. In den Tagen vor der Tat habe Paddock zudem 100.000 Dollar (etwa 85.000 Euro) auf die Philippinen überwiesen, teilte ein Mitarbeiter der Regierung der Nachrichtenagentur AP mit. Derweil erklärte Sheriff Lombardo die Freundin Paddocks zu einer „Person von Interesse“. Am (heutigen) Mittwoch soll US-Präsident Donald Trump nach Las Vegas kommen.

Ermittler untersuchten nach Angaben des Regierungsmitarbeiters Berichte, dass Paddock in den vergangenen Wochen rund 10.000 Dollar pro Tag verspielt habe. Das Motiv des mutmaßlichen Täters sei aber weiterhin unklar, sagte Sheriff Lombardo. Die Freundin Paddocks, Marilou Danley, die sich zuvor auf den Philippinen aufgehalten hatte, traf am späten Dienstagabend in den USA ein. Sie wurde vom FBI am Flughafen erwartet. Er erwarte bald Informationen von Danley, hatte Sheriff Lombardo zuvor gesagt. Er sei zuversichtlich, dass die Behörden das Motiv Paddocks offenlegen könnten.

Tatort Las Vegas Strip
Attentat vor dem Mandalay Bay Hotel
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Ein Todesschütze hat bei einem Musikfestival in der US-Touristenmetropole Las Vegas mindestens 50 Menschen umgebracht und mehr als 400 verletzt. Das teilte die Polizei am Montag im Bundesstaat Nevada mit. Nie zuvor in der Kriminalgeschichte der USA kamen bei einem derartigen Verbrechen mehr Menschen ums Leben. Nach Angaben der Polizei tötete sich der mutmaßliche Todesschütze wohl selbst.

Medizinische Versorgung vor Ort
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Es müssen unvorstellbare Szenen gewesen sein, die sich am Sonntagabend (Ortszeit) unweit des weltberühmten Las Vegas Strip abgespielt haben. Für ein Open-Air-Festival mit Stars der Countryszene hatten sich rund 30 000 Menschen an der Casino-Meile versammelt, als gegen 22.00 Uhr plötzlich Schüsse fielen. Wie die Polizei später mitteilte, feuerte der Schütze vom 32. Stockwerk eines Hotels aus auf die Konzertbesucher.

Casino-Meile abgeriegelt
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Es kam zu Panik und Chaos, als die verängstigten Menschen zu fliehen versuchten. Die Lage war länger unklar. Erst einige Zeit nach der Tragödie teilte die Polizei schließlich mit, sie habe den mutmaßlichen Täter gestellt und getötet. Es soll sich um den 64 Jahre alten Stephen Paddock aus Las Vegas handeln. „Wir glauben, dass es ein Einzeltäter ist. Ein einsamer Wolf“, sagte Bezirks-Sheriff Joe Lombardo am Montagmorgen. Zu dem Tatmotiv gab es zunächst keine Angaben.

Der Ort vor dem Anschlag
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Der Tatort befand sich nahe dem Mandalay Bay Resort and Casino - es gehört wegen seiner goldschimmernden Fassade zu den markanten Gebäuden des Unterhaltungsboulevards Las Vegas Strip. Die Schüsse fielen bei dem beliebten Route 91 Country Music Harvest Festival. Augenzeugen berichteten von Hunderten Schüssen.

FBI-Beamte im Einsatz
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Nach Ansicht eines Experten der US-Bundespolizei FBI könnte der Schütze so viele Menschen töten, weil er aus einer erhöhten Position heraus schoss. Da rund 30 000 Menschen auf engem Raum zusammengestanden hätten, „musste er nur auf die Mitte zielen und den Abzug drücken“, sagte James Gagliano, FBI-Agent im Ruhestand, dem Sender CNN. Zudem habe die Position des Schützen Verwirrung verursacht. Wenn ein Schütze aus einer erhöhten Position schieße, „weiß niemand, wo die Schüsse herkommen“, sagte Gagliano. „Menschen sind nicht darauf trainiert, nach oben zu gucken.“

Sicherheit erst im Gebäude
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Viele Menschen hätten blutüberströmt am Boden gelegen, sagte ein junger Mann dem Sender CNN. Die Konzertbesucherin Cari Copeland Pearson sagte der Nachrichtenagentur dpa: „Wir krochen über Tote.“ Sie habe viele Schüsse gehört, vermutlich aus einem automatischen Gewehr. Ein weiterer Augenzeuge sagte CNN: „Menschen begannen, wie Fliegen zu fallen“. Viele hätten sich zu Boden geworfen, um sich vor den Schüssen in Sicherheit zu bringen.

In Sicherheit
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In Hotels wie dem Tropicana konnten die geflohenen Konzertgänger Zuflucht suchen. Die Unklarheit über die Situation, der Schrecken des Erlebten, sie bleiben.

Paddock habe den Flur vor seinem Zimmer im Mandalay Bay Hotel überwacht, erklärte Lombardo. Er nehme an, dass der Schütze sehen wollte, ob sich jemand seinem Zimmer näherte. Eine Kamera sei auch am Türspion angebracht gewesen. Ein Sicherheitsmann des Hotels, der sich am Sonntag dem Raum näherte als die tödlichen Schüsse auf die Menschen fielen, sei durch die geschlossene Tür ins Bein geschossen worden, sagte Lombardo. Der Fakt, dass Paddock die Menge an Waffen in seinem Raum hatte, lasse darauf schließen, dass die Tat genau geplant war.

„Und ich bin mir ziemlich sicher, dass er alles, was er tat und seine Handlungen abschätzte“, so Lombardo. In dem Hotelzimmer waren 23 Schusswaffen gefunden worden, zudem Munition und Vorrichtungen, um eigentlich halb-automatische Waffen zu Automatischen umzubauen. Auch ein Computer wurde sichergestellt. In Paddocks Haus in Mesquite waren 19 Waffen, in seinem Haus in Reno sieben entdeckt worden.

„Unsere Herzen sind gebrochen“
US-Präsident Donald Trump
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„Meine wärmste Anteilnahme und mein Mitgefühl an die Opfer der furchtbaren Schüsse in Las Vegas und ihre Angehörigen. Gott schütze Sie!“

Countrysänger Jason Aldean, der auf der Bühne stand, als der Schütze in die Menge schoss
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„Heute Nacht war mehr als schrecklich. Mir fehlen immer noch die Worte, aber ich wollte euch wissen lassen, dass ich und meine Crew in Sicherheit sind. Meine Gedanken und Gebete gelten allen, die heute betroffen waren. Es tut mir im Herzen weh, dass so etwas Menschen passiert, die nur gekommen waren, um das zu erleben, was eine Nacht Spaß hätte sein sollen.“

Nevadas republikanischer Gouverneur Brian Sandoval
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„Ein tragischer und ruchloser Akt der Gewalt hat die Nevada-Familie erschüttert. Wir beten für die Opfer und alle, die von dieser feigen Tat betroffen sind.“

Der frühere US-Präsident Barack Obama
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„Michelle und ich beten für die Opfer in Las Vegas. Unsere Gedanken sind bei ihren Familien und allen, die eine weitere sinnlose Tragödie aushalten müssen.“

Nickelback via Twitter
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„Wir beten für jeden, der heute in Las Vegas ist. Bitte bringt Euch in Sicherheit und helft einander. Das ist absolut furchtbar. Unsere Herzen sind gebrochen.“

Regierungssprecher Steffen Seibert
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„Fassungslos und tief erschüttert über die Morde von Las Vegas. So viele zerstörte Leben. Unser Mitgefühl und viel Kraft den Überlebenden.“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
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„Mit Entsetzen verfolge ich die Nachrichten über den Anschlag auf ein Musikkonzert in Las Vegas. Fröhlich feiernde Menschen sind offenbar Opfer eines einzelnen Attentäters geworden, dessen Motive noch völlig unklar sind. Für die Verletzten hoffe ich auf eine rasche Genesung. Ich wünsche ihnen und den Menschen in den USA viel Kraft, um die Trauer und den Schmerz über dieses Attentat zu bewältigen.“

Der 64-Jährige hatte am Sonntag von seinem Hotelzimmer aus auf Konzertbesucher geschossen und 59 Menschen getötet. Mehr als 500 weitere wurden verletzt. Nach Angaben von Krankenhausmitarbeitern befanden sich am Dienstagabend noch 50 Menschen in einem kritischen Zustand.

Country-Musiker Jason Aldean, der gerade auf der Bühne des Festivals stand als das Massaker begann, sagte drei geplante Auftritte ab. Die für das Wochenende geplanten Shows in den US-Städten würden aus Respekt vor den Opfern von Las Vegas nicht stattfinden, erklärte der Musiker in einer Mitteilung. Es sei eine emotionale Erfahrung für alle Beteiligten gewesen und er brauche nun Zeit, um zu trauern und seiner Familie und Freunden nah zu sein. Auch Popsängerin Jennifer Lopez verschob drei Konzerte in der Stadt im US-Bundesstaat Nevada.

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