Laserpointer als Waffe
Blend-Attacken gefährden Luftverkehr

Kein harmloser Unfug: Wer mit einem Laserstrahl Piloten oder Autofahrer blendet, setzt Menschenleben aufs Spiel. Die Pilotenvereinigung Cockpit fordert, den Besitz von starken Laserpointern gesetzlich zu verbieten.
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BraunschweigDie Attacken passieren meist im Schutz der Dunkelheit und in der sensiblen Phase des Landeanflugs: Im Juli richteten Unbekannte einen starken Laserpointer in den Himmel über Wolfsburg und zielten auf das Cockpit eines Ferienfliegers.

Trotz des Angriffs mit dem grünen Lichtstrahl konnten die geblendeten Piloten die Maschine mit knapp 160 Passagieren an Bord wenig später sicher in Hannover landen. Dort ließen sich Kapitän und Copilot von einem Augenarzt untersuchen. Die Täter wurden nicht ermittelt - wie in vielen dieser Fälle.

Seit Ende Oktober 2009 besteht für deutsche Luftfahrtunternehmen eine Meldepflicht für Laser-Attacken. In den ersten elf Monaten 2016 wurden 202 Blend-Angriffe im In- und Ausland registriert, davon 129 in Deutschland. Die Zahlen gehen leicht zurück. 2013 waren dem Luftfahrt-Bundesamt in Braunschweig insgesamt noch 322 Attacken übermittelt worden, im vergangenen Jahr 234, davon 213 bis Ende November.

Hubschrauber-Pilot Andreas Helwig vermutet allerdings eine hohe Dunkelziffer. „Auch Autofahrer und Lokführer melden nicht jeden Vorfall“, sagt der Sicherheitsmanager der DRF Luftrettung und Leiter der Station in Villingen-Schwenningen (Baden-Württemberg).

Selbst vor Rettungshubschraubern machen die Laser-Angreifer nicht Halt. Ende November traf es die Besatzung von „Christoph 41“, nachdem sie einen Notfallpatienten ins Uniklinikum Tübingen transportiert hatte. „Das ist kein Dumme-Jungen-Streich, das ist lebensgefährlich für uns“, betont Helwig.

Ein gefährlicher Eingriff in den Bahn-, Schiffs- oder Luftverkehr wird mit Freiheitsstrafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren geahndet. „Wenn überhaupt einmal Täter gefasst werden, ist bei uns die Strafverfolgung zu lasch“, kritisiert der Laserphysiker Klaus Dickmann, der ein dreijähriges Forschungsprojekt zur Gefährdung durch Blend-Attacken geleitet hat.

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