Laut Medienbericht
Neuer Versuch von Übergabe der Sahara-Geiseln

Die 14 in Algerien entführten europäischen Touristen sollen nach Medienberichten am Montag den Behörden in Mali übergeben werden. Das ZDF berichtete am Morgen, nachdem am Sonntag eine Übergabe der Geiseln gescheitert sei, solle am Montag ein neuer Versuch gestartet werden. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes gab keine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

Reuters BAMAKO/BERLIN. Das ZDF berichtete weiter, die Geiseln befänden sich derzeit in der Hand von Mittelsmännern in der Region um die Stadt Tessalit im Norden Malis nahe der Grenze zu Algerien. Die bislang getrennt festgehaltenen Geiseln sollen dort bereits zusammengebracht sein. Nach der Übergabe der Geiseln sollen sie zunächst mit einer malischen Militärmaschine zu einem Flugplatz im Norden des Landes gebracht werden. Von dort sollen die Touristen mit einer Transall-Maschine der Bundeswehr zur malischen Hauptstadt Bamako im Süden des westafrikanischen Landes fliegen. Dort steht der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Jürgen Chrobog, bereit. Er war am Sonntag mit einem Luftwaffen-Airbus in Bamako eingetroffen und soll mit den Geiseln zurück nach Deutschland fliegen.

Weiter berichtete das ZDF unter Berufung auf malische Kreise, mit den Entführern sei ein Lösegeld von rund 4,6 Mill. € für alle Geiseln vereinbart worden. In anderen Medienberichten hatte es dagegen geheißen, diese Summe sei pro Geisel gefordert worden. In früheren Berichten war von 65 Mill. € die Rede. Dieses Lösegeld werde von der malischen Regierung gezahlt, hieß es im ZDF. Allerdings sollen die Mittel später in Form von deutscher Entwicklungshilfe zurückfließen. Als Indiz für ein bevorstehendes Ende der Geiselnahme wertete das ZDF eine für den Montag erwartete Pressekonferenz des malischen Präsidenten Amadou Toumani Toure.

Staatssekretär Chrobog war am späten Sonntagnachmittag mit einer Airbus-Passagiermaschine in Bamako gelandet. Dies hatte Hoffnungen ausgelöst, die Befreiung der Touristen und ihre Rückkehr nach Deutschland stehe unmittelbar bevor. „Wir hoffen, dass die Sache jetzt gut ausgeht“, sagte Chrobog nach der Landung. Er wisse aber nicht, wie lange es noch dauern werde.

Die 14 Touristen - neun Deutsche, vier Schweizer und ein Niederländer - waren vor rund sechs Monaten in Algerien vermutlich von radikalen Moslems entführt und später nach Mali gebracht worden. Eine erste Geisel-Gruppe war im Mai befreit worden. Eine deutsche Geisel der zweiten Gruppe ist an Erschöpfung gestorben.

Bereits am Freitag hatte es in staatlichen Kreisen des westafrikanischen Landes geheißen, die Touristen könnten in dieser Woche freikommen. Deutsche Diplomaten wollten bisher weder bestätigen noch dementieren, dass eine Vereinbarung zur Freilassung der Geiseln erzielt worden ist.

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