Lebensmittel
Fleischunternehmer wehrt sich gegen Ekel-Vorwürfe

Kein Gammelfleisch und kein Etikettenschwindel: Geht es nach dem Chef von Berger Wild, arbeitete das in Schwierigkeiten geratene Fleischunternehmen sauber. Der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) schwant allerdings Böses.

HB PASSAU. Im Wildfleisch-Skandal hat der niederbayerische Unternehmer Karl Berger gegen ihn erhobene Vorwürfe zurückgewiesen. Dem Chef der Firma Berger Wild wird vorgeworfen wird, umdeklarierte und verdorbene Ware in Verkehr gebracht zu haben. In der „Passauer Neuen Presse“ sagte Berger, man habe sein Unternehmen schon in einer Vorstufe der Untersuchungen zur Rückrufaktion gezwungen. „Damit hat man die Firma schon kaputt gemacht, ohne verwertbare Probenergebnisse zu haben. Man hätte uns Gelegenheit geben müssen, auch Gegenproben untersuchen zu lassen.“ Den Vorwurf, es hätten Ekel erregende Zustände in seinen Betrieben geherrscht, wollte Berger nicht stehen lassen: „Wer zart besaitet ist, den ekelt es natürlich, wenn Tiere ausgenommen werden.“ Es seien aber praktisch ständig Tierärzte im Haus gewesen, und von denen habe es keine Beanstandungen gegeben.

Der Vorwurf, Wildenten seien als Fasane verkauft worden, sieht Berger dem Bericht zu Folge als „Anekdote“: Ein Mitarbeiter habe Probleme gehabt, sich Artikelnummern zu merken. Er habe telefonisch Wildenten bestellt, im Auftrag aber die Artikelnummer für Fasane angegeben. „Da hat der Disponent nachgefragt, ob er aus Wildenten Fasane machen soll“, zitiert die Zeitung Berger.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert Konsequenzen aus dem Skandal um ungenießbares Wildfleisch des Passauer Unternehmens. „Der Fall ist nur die Spitze des Eisbergs. Wir brauchen ein konsequenteres Vorgehen, um die schwarzen Schafe der Branche dingfest machen zu können“, sagte NGG- Vorsitzender Franz-Josef Möllenberg der „Passauer Neuen Presse“. Erforderlich sei „ein Informantenschutz, der diese Bezeichnung auch verdient“. Für Mitarbeiter, „die im Interesse der Verbraucher Missstände bei den Behörden melden“, sollten bei Kündigung erhöhte Abfindungen von bis zu 18 Monatsgehältern vorgeschrieben werden. Das erhöhe den Druck auf die Unternehmen, „nicht zu panschen und zu manschen“.

Auch die Arbeitsbedingungen in der Branche trügen zu Missständen bei. Notwendig sei daher ein Sozial-Gütesiegel für Fleischprodukte. Damit könne nicht nur die Einhaltung von Hygiene- und Arbeitsschutzbestimmungen, sondern auch von arbeitsrechtlichen Standards zertifiziert werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%