Lebensmittelskandale
Hintergrund: Gammelfleischskandale in Deutschland

Große Lebensmittelskandale haben den Bundesbürgern immer wieder den Appetit verdorben. In jüngster Zeit sind spektakuläre Fälle mit Fleischprodukten bekannt geworden, auch weil die Kontrollen immer genauer werden.

HB MÜNCHEN / HAMBURG.

Januar 2006: Das bayerische Verbraucherschutzministerium beginnt Ende Januar eine Rückrufaktion für möglicherweise ungenießbares Wildfleisch. Untersuchungen zufolge haben Fleischproben der Firma in Passau „ranzig, stickig, muffig oder sauer“ gerochen. Einige Tage später gibt das bayerische Verbraucherschutzministerium bekannt, dass möglicherweise verdorbenes Fleisch des Unternehmens nicht nur in fast alle Bundesländer, sondern auch nach Österreich, Italien und Frankreich geliefert wurde.

November 2005: Bei einem Fleischhändler in Gelsenkirchen wird tonnenweise Fleisch gefunden, das möglicherweise verdorben, überlagert und durch Gefrierbrand geschädigt ist. Kühlhäuser in mehreren Bundesländern werden durchsucht, Proben in Niedersachsen bestätigen den Verdacht. Bei den späteren Ermittlungen wird bekannt, dass der Unternehmer auch Schlachtabfälle umdeklariert und unter anderem an Wurstfabrikanten verkauft hat.

Oktober 2005: Ein bayerischer Fleischhändler aus Deggendorf soll tonnenweise Schlachtabfälle aus der Schweiz importiert, umdeklariert und an Lebensmittelproduzenten verkauft haben. Die Ladungen sollen zwischen Deutschland, Italien, der Schweiz, Österreich und Frankreich in den Lebensmittelsektor verschoben worden sein.

März 2005: In zwei Filialen der Supermarktkette Real in der Region Hannover werden Mitarbeiter beim Manipulieren von Fleischverpackungen ertappt. Sie hatten Hackfleisch mit abgelaufenem Verbrauchsdatum neu verpackt und damit das Verfallsdatum verlängert. Kunden und Mitarbeiter anderer Supermärkte melden sich mit vergleichbaren Vorwürfen.

Dezember 2004: In Niedersachsen wird der Schwindel mit falsch gekennzeichnetem Fleisch bekannt. Vier Fleischverarbeitungsbetriebe aus den Landkreisen Vechta und Cloppenburg stehen im Verdacht gegen Fleischhygiene- und Lebensmittelvorschriften verstoßen zu haben. In einer Fettschmelze werden etwa vier Tonnen für den menschlichen Verzehr nicht geeignetes Fleisch gefunden. Außerdem werden rund 1000 EG-Label entdeckt, die die Genusstauglichkeit von Fleisch für den weltweiten Handel bescheinigen.

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