Led-Zeppelin-Ballade „Stairway to Heaven“ geklaut?

„Stairway to Heaven“ ist eine der bekanntesten Balladen der Rockgeschichte. Doch die Band Spirit sagt, das Intro sei abgekupfert. Ein US-Gericht versucht nun in einem Plagiatsprozess die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Hören sie selbst: Haben Led Zeppelin geklaut?

Los AngelesLed Zeppelin hat die Anfangsklänge des Songs „Stairway to Heaven“ laut einem Anwalt der Rockband nicht bei einem anderen Künstler gestohlen. Es gebe keine Beweise dafür, dass der legendäre Riff abgeschrieben worden sei, sagte Anwalt Peter Anderson am Dienstag während einer Verhandlung wegen Plagiatsvorwürfen gegen die Gruppe in Los Angeles. Er werde nachweisen, dass die Songschreiber Robert Plant und Jimmy Page kein Urheberrecht verletzt hätten, versicherte Anderson.

Die Nachlassverwalter des Gitarristen Randy Wolfe von der US-Band Spirit behaupten, dass die Anfangssequenz des Hits aus dem Jahr 1971 vom Lied „Taurus“ kopiert worden sei. Dieses schrieb Wolfe bereits 1966 oder 1967. Er war im Jahr 1997 in Hawaii bei dem Versuch ertrunken, seinen Sohn zu retten.

Das sind die zehn größten Gitarristen aller Zeiten
Bon Jovi - Richie Sambora und Jon Bon Jovi
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Der Bon-Jovi-Gitarrist Richie Sambora (53) ist nach Frontman Jon Bon Jovi (rechts) das bekannteste Gesicht der Band Bon Jovi, schafft es allerdings trotz seiner eingängigen Gitarrensoli nicht unter die Top Ten. Schlagzeilen macht der 53-Jährige dennoch: Er nimmt sich nämlich eine Auszeit von der aktuellen Tournee der US-Rockgruppe. Als Grund nannte die Band auf ihrer Website kurz vor einem Konzert im kanadischen Calgary am Mittwoch „persönliche Gründe“. Wie lange Sambora ausfallen wird, war zunächst unklar. Alle Auftritte sollten aber wie geplant stattfinden, hieß es in dem Statement der Gruppe. Sambora selbst schrieb am Donnerstag via Twitter, es gehe ihm gut, er müsse sich um eine persönliche Angelegenheit kümmern. Das Promiportal „TMZ.com“ spekulierte derweil über einen Band-internen Grund für Samboras Tour-Abstinenz: Er habe sich schlimm mit Sänger Jon Bon Jovi (51) gestritten, hieß es dort.

1963 and JFK
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George Harrison verpasst den Sprung in die Top 10 ebenfalls, aber ganz knapp: Die hochrangige Jury des „Rolling Stone”, die unter anderem aus Ritchie Blackmore (Deep Purple), Kirk Hammett (Metallica) und Eddie Van Halen bestand, wählte den Beatles-Gitarristen auf Platz 11 der Bestenliste.

An Erfolg mangelte es den „Pilzköpfen” freilich nicht: Aktuelle Schätzungen gehen von rund 1 Milliarde verkauften Tonträgern der britischen Band aus. Harrison setzte auf zahlreiche bekannte Gitarrenhersteller – am berühmtesten wurde aber wohl seine 12-saitige Rickenbacker. Aber auch Fender-Modelle und Gibson's Les Paul gehörten zu seinen bevorzugten Werkzeugen.

DALTREY TOWNSHEND ENTWISTLE MOON
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Platz 10: Pete Townshend (2. von links).

„The Police”-Gitarrist Andy Summers begründet für „Rolling Stone” die Wahl von Pete Townsend, der mit der britischen Band „The Who” für Furore sorgte: „Pete spielt nicht gerade viele Soli – viele Leute wissen deshalb gar nicht, wie gut er als Gitarrist ist. Seine Bedeutung für die Rockmusik kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Seine Rhythmusgitarre ist mitreißend und aggressiv, in gewisser Weise spielt er wie ein Wilder. Beim Spie­len hat er eine wundervoll flüssige Motorik, die seine Persönlichkeit perfekt widerspiegelt: Er ist nun mal ein Mensch, der unter Dampf steht. Pete ist so etwas wie der erste Punk, er war der erste, der auf der Bühne seine Gitarre zertrümmerte – was damals ein unerhörtes Statement war.”

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„Die übermächtigen Akkorde, die er bei The Who spielte, waren ein cleverer Schachzug, weil Schlagzeug und Bass einen derartigen Wirbel machten, dass die Musik ohne seine ordnende Hand im Chaos versunken wäre. Letztlich war er der Erfinder des Power-Akkords, und auf den frühen Who-Platten hört man schon vieles, was auf Led Zeppelin hindeutet. Eine Menge von dem, was damals in der Musik passierte, geht auf ihn zurück.”

The Who verkauften rund 100 Millionen Tonträger und landeten 17 Top 10-Alben. Townsend zerschlug nach getaner Arbeit auf der Bühne zahlreiche Gibson- und Fender Stratocoaster-Gitarren.

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Platz 9: Duane Allman.

Der Mitbegründer der „Allman Brothers” verstarb bereits mit 24 Jahren bei einem Unfall. Dennoch hinterließ er einen bleibenden Eindruck. Sein facettenreiches Slide-Gitarrenspiel prägte den Sound der Band, die bis heute in Deutschland größtenteils unter dem Radar fliegt. Dabei hat die Band allein 18 Studioalben herausgebracht und begeistert seit Jahrzehnten ihr Publikum. Das alles auch ohne Duane – der aber dennoch nie in Vergessenheit geraten wird.

Foto: Ed Berman (http://www.flickr.com/people/56181125@N00)

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Platz 8: Eddie van Halen. Der niederländisch-US-amerikanische Gitarrenvirtuose gibt Eric Clapton als sein großes Vorbild an – obwohl er stilistisch mit dem „Slowhand” genannten, gefühlvollen Clapton wenig gemein hat. Sein rasantes Solospiel und seine breiten Klangteppiche waren stilprägend in den 1970er und -80er Jahren. Van Halen ist nur eine von fünf Rockbands, die über 10 Millionen Platten in den USA verkauft haben. Weltweit bringen sie es auf geschätzte 80 Millionen verkaufte Tonträger.

Eddie van Halens berühmteste Gitarre ist die von ihm selbst aus unterschiedlichen Bauteilen zusammengebastelte „Frankenstrat”, die wild in rot, weiß und schwarz bemalt ist.

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Platz 7: Chuck Berry. Das Blues-Urgestein war einer der Pioniere der modernen Rockmusik. Keith Richards von den legendären „Rolling Stones” beschreibt, was Chuck Berry so besonders machte: „Chuck hatte einfach Swing. Sicher, er hatte den Rock, aber er hatte auch den Roll – und das machte den Unterschied aus. Und Chuck hatte eine unglaubliche Band bei diesen frühen Aufnahmen: Willie Dixon am Bass, Johnnie Johnson am Klavier, Ebby Hardy oder Freddy Below am Schlagzeug. Sie verstanden, was er machen wollte, und swingten mit. Besser konnte es eigentlich nicht mehr werden.”

Der mittlerweile 86-jährige Berry hat während seiner Schaffungszeit fast 100 Tonträger herausgebracht, kann bei massentauglichen Verkaufsschlagern à la Van Halen aber nicht mithalten. Er spielt bevorzugt Gitarren von Gibson.

Led Zeppelin und Spirit waren in dieser Zeit auf einigen Konzerten und Festivals aufgetreten, nicht aber auf derselben Bühne. Im April hatte ein Richter entschieden, dass die bei den Gerichtsterminen präsentierten Beweise darauf hindeuteten, dass Led Zeppelin „Taurus“ gehört haben könnte, bevor die Band ihren Song schrieb.

Ein Anwalt von Nachlassverwalter Michael Skidmore, Francis Malofiy, widersprach den Angaben des Led-Zeppelin-Vertreters. „Das war ein Song, den Randy California für die Liebe seines Lebens, Robin, geschrieben hat“, sagte er. Randy California ist der Künstlername, unter dem Wolfe bekannt war. Niemand habe ahnen können, dass das Lied in die Hände von Jimmy Page hätten fallen können, der daraus das Intro von „Stairway to Heaven“ gemacht habe, so Malofiy.

Page und Plant saßen beide in dunkelgrauen Anzügen und weißen Hemden im Gerichtssaal. Sie hörten sich schweigend das berühmte Anfangs-Riff an, als es zu Beginn der Verhandlung abgespielt wurde. Ihr Anwalt spielte anschließend eine Klavierversion von „Taurus“ ab, die nur eine geringe Ähnlichkeit mit dem Led-Zeppelin-Song hatte. Malofiy dagegen spielte Gitarrenversionen beider Lieder ab, die sich ähnlicher anhörten.

„Stairway to Heaven“ hat über die Jahre Hunderte Millionen Dollar eingespielt. Plagiatsvorwürfe gibt es in der Musikbranche immer wieder, zuletzt etwa vergangenes Jahr gegen Robin Thicke und Pharrell Williams: Eine Jury hatte befunden, dass die beiden bei ihrem 2013 veröffentlichten Erfolgs-Hit „Blurred Lines“ ein Lied von Marvin Gaye kopiert hatten. Gayes Kinder bekamen daraufhin zunächst 7,4 Millionen Dollar zugesprochen. Ein Richter reduzierte die Entschädigungssumme später. Ein Berufungsverfahren läuft.

  • ap
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