Lesesaal
Phoenix aus der Asche

Am Montag ist für den Lesesaal der Berliner Staatsbibliothek Unter den Linden der Grundstein gelegt worden. Der Neubau der größten wissenschaftlichen Universalbibliothek im deutschsprachigen Raum mit mehr als 10 Millionen Bänden, soll 2008 fertig gestellt sein.

HB BERLIN. Es ist zurzeit mit der Berliner Museumsinsel die größte Kultur-Baumaßnahme in Deutschland. Damit wird der Bau vom Anfang des 20. Jahrhunderts am Boulevard Unter den Linden nach Kriegszerstörung und DDR-Provisorien wieder vollständig hergestellt.

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Klaus-Dieter Lehmann, sprach von einem „großen Glücksmoment“ und der „realen und symbolischen Wiedergründung des Hauses Unter den Linden“, das wie Poenix aus der Asche im größten historischen Gebäudekomplex in der Berliner Mitte auferstehe. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU), der auch Vorsitzender des Stiftungsrates der Preußenstiftung ist, sprach bei der Grundsteinlegung von einem „exemplarischen Beispiel für unverzichtbare Investitionen in Wissen und Bildung“.

In der historischen Mitte Berlins entstehe wieder eine Kulturlandschaft Humboldtscher Prägung. Gleichzeitig hob Neumann das gesamte Engagement des Bundes in der Hauptstadtkultur hervor. „Der Kulturstandort Deutschland muss in der Hauptstadt erkennbar sein.“ Die parallel laufende, insgesamt 326 Millionen Euro teure Generalsanierung des gesamten Gebäudes wird im Jahr 2012 zum 350- jährigen Bestehen der Staatsbibliothek beendet sein. Zusammen mit der Sanierung und dem teilweisen Wiederaufbau der Museumsinsel gibt der Bund laut Neumann 1,5 Milliarden Euro für die Baumaßnahmen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz aus. Die ehemals Königliche Bibliothek war von 1903 bis 1914 von Ernst von Ihne errichtet und im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt worden. Direkt unter dem neuen Lesesaal werden künftig in Tresoren auch die Handschriften zu Beethovens 9. Sinfonie, Mozarts „Zauberflöte“, Johann Sebastian Bachs Matthäuspassion, Hoffmann von Fallerslebens „Lied der Deutschen“ und Boccaccios „Decamerone“ aufbewahrt. Als zweites Haus gibt es, der damaligen Teilung Berlins geschuldet, das vom Philharmonie-Erbauer Hans Scharoun errichtete Gebäude der Staatsbibliothek am Potsdamer Platz. Der von dem Architekten H.G. Merz entworfene Lesesaal-Neubau wird 36 Meter hoch, 30 Meter breit und 35 Meter lang sein, gekrönt von einem weithin leuchtenden Glaskubus. Damit erhält dieses zentrale Gebäude seine funktionale Mitte zurück, die durch die teilweise Zerstörung des damaligen Kuppelsaals 1943/44 und dessen späteren Abriss zu DDR-Zeiten verloren ging. Die Staatsbibliothek war 1903 bis 1914 nach Entwürfen von Ernst von Ihne gebaut worden. Gegründet wurde die Bibliothek 1661 von Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg, von 1701 bis zum Ende der Monarchie war sie die Königliche Bibliothek zu Berlin.

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