Letzte Ehre für Witwe des Bürgerrechtlers
Bewegender Abschied von Coretta Scott King

Tausende Menschen haben am Dienstag im US-Staat Georgia Abschied von der verstorbenen Witwe des US-Bürgerrechtlers Martin Luther King genommen. Unter den Trauernden, die sich in der Baptistenkirche von Lithonia im US-Staat Georgia versammelten, waren US-Präsident George W. Bush und seine Vorgänger Bill Clinton, George Bush und Jimmy Carter.

HB LITHONIA. Schon in der Nacht hatten sich die Menschen in die Schlange eingereiht, um Coretta Scott King die letzte Ehre zu erweisen. „Ich habe sie immer bewundert“, sagte Clinton auf dem Weg zur Trauerfeier. „Ich mochte es, wie sie die Würde bewahrte im Angesicht all der Schwierigkeiten, denen sie sich stellen musste.“

Bush würdigte Coretta King als starke Persönlichkeit. „Wenn Sie sprach, hörten die Leute hin, weil ihre Stimme Weisheit und Güte eines gut gelebten Lebens trug“, sagte Bush. „Sie war eine Frau, die daran arbeitete, unsere Nation zu einen.“

Die Trauerrede sollte das jüngste Kind der Kings halten, Tochter Bernice. Danach sollte Coretta Scott King in einer Krypta auf dem Gelände des King Zentrums beigesetzt werden, das sie in Erinnerung an ihren ermordeten Mann hatte errichten lassen. Ihr Mann wurde in der Nähe bestattet.

Mehr als 100 000 Trauernde zogen bereits am Montag in der Ebenezer-Baptistenkirche am Sarg mit dem Leichnam von Coretta Scott King vorbei. Zu einer Gedenkveranstaltung in Atlanta versammelten sich rund 1 700 Menschen, darunter die Talk-Show-Moderatorin Oprah Winfrey. „Sie hinterlässt uns allen ein besseres Amerika als das Amerika ihrer Kindheit“, sagte Winfrey über die Verstorbene.

Die Witwe Martin Luther Kings starb am 30. Januar im Alter von 78 Jahren. Ihr zu Ehren wehte die Flagge vor dem Kapitol in Washington am Dienstag auf halbmast. King war am Wochenende als erste schwarze Frau im Parlament von Georgia aufgebahrt worden, und anschließend in der Ebenezer- Kirche in Atlanta, an der ihr Mann Prediger war. Ihrem Mann blieb 1968 eine offizielle Trauerfeier versagt.

Coretta Scott King war nach der Ermordung von Martin Luther King 1968 eine der einflussreichsten Schwarzen in den USA und zum Gewissen der Bürgerrechtsbewegung geworden. King führte den Kampf gegen die Rassendiskriminierung fort. Sie gründete das King-Zentrum in Atlanta als Denkmal für ihren Mann. Das Zentrum unterstützt unter anderem Projekte zur politischen Bildung, Förderung schwarzer Politiker und Aufklärung über Wahlrechte.

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