Letzte erste Maß für Stoiber
Sonne lacht zum Wiesn-Start

„O'zapft is“ heißt es seit Samstag wieder auf dem Münchner Oktoberfest. Dabei legte das Volksfest einen Bilderbuchstart hin. Bei strahlendem Sonnenschein und tiefblauem Himmel strömten am ersten Wiesn-Wochenende nach Schätzungen der Festleitung mehr als eine Million Menschen zur Theresienwiese. Viele von ihnen waren festlich in Dirndl und Lederhose herausgeputzt.

HB MÜNCHEN. „Ein himmlischer Auftakt“, sagte Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl am Sonntag. „Das war eine absolut geglückte Sache.“ Bei einem der größten Trachtenumzüge der Welt zogen am Sonntag knapp 9400 Trachtler, Schützen, Fahnenschwinger und Musikanten - so viele wie selten zuvor - in ihren historischen Gewändern bei Blasmusik zur Festwiese.

Mit drei Schlägen hatte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) am Samstag das erste Fass Bier angezapft und mit dem Ruf „Ozapft is“ das größte Volksfest der Welt eröffnet. Zum letzten Mal reichte er dann dem scheidenden Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) die erste frische Maß, um auf eine friedliche Wiesn anzustoßen. Bis zum 7. Oktober werden beim größten Volksfest der Welt rund sechs Mill. Besucher erwartet.

Bereits am ersten Wochenende verzehrten die Festgäste elf ganze Ochsen. Rund 500 000 Maß Bier rannen die durstigen Kehlen hinunter. Die Bierzelte verzeichneten bereits vor der Eröffnung am Samstag einen Riesenansturm, zeitweise mussten sie wegen Überfüllung geschlossen werden. Vor den Eingängen bildeten sich Menschentrauben. Laut Festleitung kamen ungewöhnlich viele Familien. Das Publikum sei zudem überraschend international gewesen - die ausländischen Gäste zeigen sich dabei immer öfter in bayerischer Tracht.

Größere Zwischenfälle gab es nicht. Die Wiesn habe vielmehr sehr gemütlich angefangen. Es habe am ersten Tag mit 60 „Bierleichen“ nur halb so viele gegeben wie im Vorjahr, sagte ein Sprecher des Bayerischen Roten Kreuzes. Der erste Betrunkene musste knapp drei Stunden nach Wiesn-Start behandelt werden. Der wohl ungewöhnlichste Vorfall ereignete sich in einer Geisterbahn: Ein schreckhafter Schweizer schlug ein Gruselwesen kurzerhand k.o., obwohl der mechanische Geist wegen seines grausigen Aussehens extra in einen Käfig gesperrt worden war. Die Polizei teilte mit, der betrunkene 22- Jährige habe sich am Samstag aber dermaßen erschrocken, dass er mit einem Holzstab nach der Gruselgestalt schlug und stach.

Bei dem Trachtenumzug quer durch die Innenstadt jubelten tausende Schaulustige den Trachtlern zu. In Ehrenkutschen fuhren Stoiber und Ude mit ihren Ehefrauen mit. Angeführt wurde der rund sieben Kilometer lange Zug vom Münchner Kindl hoch zu Ross in der traditionellen Mönchskutte. Mehr als 40 mit Blumen, frischem Grün und Hopfen geschmückte Festwagen und Kutschen, darunter die Prachtgespanne der Münchner Brauereien, begleiteten die Trachtler. Die Trachten stammten aus allen Epochen vom Mittelalter über Rokoko bis zum Biedermeier.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%