Letzter Tag
Indien schließt seinen Telegrafendienst

Als letztes großes Land der Welt macht Indien seinen Telegrafen-Dienst dicht. Bis zuletzt haben Fahrradboten Telegramme zu Geburten, Todesfällen und anderen wichtigen Ereignissen persönlich überbracht.
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Neu DelhiTausende Inder haben am Sonntag die Telegrafenämter gestürmt, um zum allerletzten Mal ein Telegramm zu verschicken. Angesichts des Andrangs wurde eigens das Personal aufgestockt, wie der Leiter des staatlichen Telegrafendienstes, Shameem Akhtar, mitteilte. Am Montag ist dann endgültig Schluss mit den bis zuletzt immer persönlich durch Fahrradboten überbrachten Telegrammen zu Geburten, Todesfällen oder anderen wichtigen Ereignissen.

Bis zum Siegeszug von Handy und Internet waren Telegramme in Indien das Hauptkommunikationsmittel für den Versand von Nachrichten über lange Strecken. 1947 etwa, im Jahr der indischen Unabhängigkeit von der britischen Kolonialherrschaft, wurden 20 Millionen Nachrichten auf diese Weise verschickt. 2012 waren es noch 40.000 Telegramme. Die Bevölkerung hatte sich inzwischen vervierfacht, heute leben 1,2 Milliarden Menschen auf dem Subkontinent.

Die Zahl der Telegrafenämter in Indien verringerte sich mit der Zeit auf nur noch 75. Die knapp 1100 beim Ministerium für Telekommunikation beschäftigten Telegrafisten sollen künftig an anderer Stelle des Ministeriums arbeiten. Nicht nur sie werden dem als "Taar" (Draht) bekannten Dienst nachtrauern.


Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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