„Libération”-Anschlag
Attentäter weiterhin auf der Flucht

Die französische Polizei ist nach dem Anschlag auf die Pariser Zeitung „Libération“ in höchster Alarmbereitschaft. Der Täter konnte bislang nicht gefasst werden. Es wird für möglich gehalten, dass er erneut zuschlägt.
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ParisNach den mysteriösen Überfällen auf zwei Pariser Medienhäuser fahndet die französische Polizei mit Hochdruck nach dem flüchtigen Täter. Weil dem unbekannten Mann weitere Attentate zugetraut werden, waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch die ganze Nacht über zahlreiche Sonderermittler im Einsatz. Bis zum Dienstagmorgen konnten sie allerdings keinen Erfolg verkünden.

Der nach Schätzungen der Polizei zwischen 35 und 45 Jahre alte Mann hatte am Montag am Redaktionssitz der linksliberalen Zeitung „Libération“ einen jungen Fotoassistenten niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt. Bereits am Freitag bedrohte vermutlich derselbe Täter im Gebäude des TV-Nachrichtensenders BFM einen der Chefredakteure - ohne jedoch zu schießen.

Das Motiv des Attentäters gilt als völlig unklar. Der Mann sei wahrscheinlich ein Einzeltäter, hieß es am Montag von den Ermittlern. „Wir machen weiter“, lautete am Dienstag in der „Libération“ die Überschrift des Leitartikels. Die Zeitung werde sich nicht ändern, auch wenn man zutiefst erschüttert sei, kommentierte Vorstand Nicolas Demorand.

Nach dem Überfall auf den Redaktionssitz hatte der mutmaßliche Attentäter auch vor dem Hochhaus der französischen Großbank Société Générale im Geschäftsviertel La Défense Schüsse abgegeben, die aber niemanden verletzten. Danach kaperte er ein Auto und ließ sich in die Nähe der Pariser Champs-Élysées fahren. Dort verlor sich seine Spur.

Frankreichs Präsident François Hollande bezeichnete die Taten am Rande einer Nahost-Reise als Angriff auf die Informationsfreiheit und verlangte von den Sicherheitskräften, alles dafür zu tun, um den Mann zu stellen. Er könne sofort wieder versuchen zu töten, sagte der Präsident. Die Polizei stationierte vor größeren Redaktionen Sicherheitskräfte. Auch vor Nachrichtenagenturen sollte es zusätzliche Patrouillen geben.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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