Libyen
Bombenanschlag fordert 42 Menschenleben

Sie standen Schlange, um ihr Auto zu tanken als sie Opfer eines Anschlags wurden. Eine Autobombe hat mindestens 42 Menschen in Libyen in den Tod gerissen. Die schweren Unruhen im Land gehen damit weiter.
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KairoBei Anschlägen mit Autobomben im Osten Libyens sind offiziellen Angaben zufolge 42 Menschen getötet und 70 verletzt worden. Die drei Sprengsätze seien in Kubba an einer Tankstelle, nahe einem Gebäude der Sicherheitskräfte sowie vor dem Stadtrat detoniert, sagte Parlamentspräsident Aguila Saleh. Zu den Selbstmordanschlägen bekannte sich eine Extremistengruppe, die sich als Ableger des Islamischen Staats (IS) bezeichnete. Es handle sich um Vergeltung für die ägyptische Bombardierung von Zielen im Osten Libyens. Aus Militärkreisen verlautete, Kampfhubschrauber der Regierung hätten nach den Anschlägen erneut Ziele der Aufständischen in der Region angegriffen.

Am Montag hatte die ägyptische Luftwaffe Angriffe gegen mutmaßliche Stellungen des IS im Nachbarland geflogen, nachdem die Extremistenmiliz 21 ägyptische Christen enthauptet hatte.

Libyen wird seit Monaten von schweren Unruhen erschüttert. Islamistische Milizen haben die vom Westen anerkannte Regierung aus der Hauptstadt Tripolis vertrieben und stützen dort eine Gegenregierung. Auch gibt es zwei rivalisierende Parlamente. Erst vor wenigen Tagen hatten Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat in Libyen nach eigener Darstellung 21 koptische Christen aus Ägypten enthauptet.

Danach beantragte die libysche Regierung bei den Vereinten Nationen die Aufhebung des Waffenembargos gegen ihr Land, damit sie sich gegen Extremisten wehren kann. Diese seien auch nahe an Europa herangerückt, argumentierte Außenminister Mohammed al-Dair. Die USA und Großbritannien, beides Vetomächte im Weltsicherheitsrat, lehnen Waffenlieferungen aber ab und erklärten, das Land brauche zunächst einmal eine Regierung der nationalen Einheit.

„Das Problem ist, dass es in Libyen keine Regierung gibt, die wirksam wäre und ihr Territorium unter Kontrolle hätte“, sagte der britische Außenminister Philip Hammond bei einem Besuch in Spanien. „Es gibt kein libysches Militär, das die internationale Gemeinschaft effektiv unterstützen könnte.“

Einfach Waffen an die eine oder andere Gruppe zu liefern, werde keine Lösung bringen und auch Europa nicht sicherer machen, fügte er hinzu. Auch die USA stehen nach Angaben des Außenministeriums weiter zum Waffenembargo gegen Libyen.

Der Zerfall der Staatsmacht in dem nordafrikanischen Land begann nach dem Sturz des langjährigen Diktators Muammar al-Gaddafi 2011. Die unterschiedlichen Milizen führen seither ein Eigenleben. In den vergangenen Monaten gab es heftige Kämpfe.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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