Libyen Bombenanschlag fordert 42 Menschenleben

Sie standen Schlange, um ihr Auto zu tanken als sie Opfer eines Anschlags wurden. Eine Autobombe hat mindestens 42 Menschen in Libyen in den Tod gerissen. Die schweren Unruhen im Land gehen damit weiter.
Update: 20.02.2015 - 21:49 Uhr Kommentieren
Libyen erlebt schwere Unruhen und blutige Anschläge. Quelle: dpa
Sicherheitskräfte in Libyen

Libyen erlebt schwere Unruhen und blutige Anschläge.

(Foto: dpa)

KairoBei Anschlägen mit Autobomben im Osten Libyens sind offiziellen Angaben zufolge 42 Menschen getötet und 70 verletzt worden. Die drei Sprengsätze seien in Kubba an einer Tankstelle, nahe einem Gebäude der Sicherheitskräfte sowie vor dem Stadtrat detoniert, sagte Parlamentspräsident Aguila Saleh. Zu den Selbstmordanschlägen bekannte sich eine Extremistengruppe, die sich als Ableger des Islamischen Staats (IS) bezeichnete. Es handle sich um Vergeltung für die ägyptische Bombardierung von Zielen im Osten Libyens. Aus Militärkreisen verlautete, Kampfhubschrauber der Regierung hätten nach den Anschlägen erneut Ziele der Aufständischen in der Region angegriffen.

Am Montag hatte die ägyptische Luftwaffe Angriffe gegen mutmaßliche Stellungen des IS im Nachbarland geflogen, nachdem die Extremistenmiliz 21 ägyptische Christen enthauptet hatte.

Libyen wird seit Monaten von schweren Unruhen erschüttert. Islamistische Milizen haben die vom Westen anerkannte Regierung aus der Hauptstadt Tripolis vertrieben und stützen dort eine Gegenregierung. Auch gibt es zwei rivalisierende Parlamente. Erst vor wenigen Tagen hatten Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat in Libyen nach eigener Darstellung 21 koptische Christen aus Ägypten enthauptet.

Danach beantragte die libysche Regierung bei den Vereinten Nationen die Aufhebung des Waffenembargos gegen ihr Land, damit sie sich gegen Extremisten wehren kann. Diese seien auch nahe an Europa herangerückt, argumentierte Außenminister Mohammed al-Dair. Die USA und Großbritannien, beides Vetomächte im Weltsicherheitsrat, lehnen Waffenlieferungen aber ab und erklärten, das Land brauche zunächst einmal eine Regierung der nationalen Einheit.

Flughafen in Schutt und Asche gelegt
huGO-BildID: 38180921 Bullet holes are seen on the fuselage of a Libyan Airlines' Airbus A320 airplane at Tripoli international airport in the L
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Der internationale Flughafen der libyschen Hauptstadt Tripolis ist seit dem 13. Juli gesperrt, nachdem die Kämpfe begangen. Dort liefern sich rivalisierende Milizen Gefechte. Zu Beginn hielten sich die Schäden am Flughafen und an den Flugzeugen noch in Grenzen, wie dieses Bild mit Einschlägen in einem Airbus A320 der Libyan Airlines zeigt.

A general view of the front of the airport is seen after a shelling at Tripoli International Airport
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Blick auf den Eingangsbereich: Milizen sind auch knapp drei Jahre nach dem Sturz und Tod des langjährigen Herrschers Muammar al-Gaddafi noch sehr dominant in Libyen. Die Regierung muss sich häufig auf verbündete Kampfverbände verlassen, da die offiziellen Sicherheitskräfte nicht stark genug sind, um für Recht und Ordnung zu sorgen.

Smoke rises after a shelling at Tripoli International Airport July 15, 2014
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Der Airport war nach dem Sturz Gaddafis in der Hand der sogenannten Sintan-Brigaden gefallen. Rivalisierende Islamisten-Milizen versuchen derzeit, die Brigaden zu vertreiben. Dieses Bild wurde am vergangenen Dienstag (15. Juli) aufgenommen.

huGO-BildID: 38217154 A picture taken on July 16, 2014, shows flames and smoke billowing from an airplane at the Tripoli international airport in the
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Mitte vergangener Woche eskalierten die Kämpfe, wie dieses Bild vom 16. Juli zeigt. Immer mehr Flugzeuge nahmen Schäden, wie diese Ilyushin IL-76T der libyschen Luftwaffe.

Fighting in Libyan capital after truce deal
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Der gesamte vordere Rumpf des Transportflugzeugs aus russischer Bauart brannte nieder.

A damaged aircraft is pictured after a shelling at Tripoli International Airport
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Doch es traf auch Zivilflugzeuge, wie diese Maschine der Libyan Airlines. 90 Prozent der gesamten zivilen Flotte des Landes sollen bei den Kämpfen zerstört worden sein, hieß es. Dabei machten sich die Fluggesellschaften nach dem Sturz des Diktators große Hoffnungen auf ein besseres Geschäft.

The inside of a damaged terminal is seen after a shelling at Tripoli International Airport
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Auch im Terminal des Flughafens von Tripoli: ein Bild der Zerstörung. Dabei hatten auch ausländische Airlines wie Air Malta, Alitalia, British Airways, Emirates oder Turkish Airlines die Hauptstadt der ölreichen Landes wieder angeflogen.

„Das Problem ist, dass es in Libyen keine Regierung gibt, die wirksam wäre und ihr Territorium unter Kontrolle hätte“, sagte der britische Außenminister Philip Hammond bei einem Besuch in Spanien. „Es gibt kein libysches Militär, das die internationale Gemeinschaft effektiv unterstützen könnte.“

Einfach Waffen an die eine oder andere Gruppe zu liefern, werde keine Lösung bringen und auch Europa nicht sicherer machen, fügte er hinzu. Auch die USA stehen nach Angaben des Außenministeriums weiter zum Waffenembargo gegen Libyen.

Der Zerfall der Staatsmacht in dem nordafrikanischen Land begann nach dem Sturz des langjährigen Diktators Muammar al-Gaddafi 2011. Die unterschiedlichen Milizen führen seither ein Eigenleben. In den vergangenen Monaten gab es heftige Kämpfe.

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