Liebe und Intrige
Hochzeit wie einst bei Jane Austen

„Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass ein Junggeselle, der ein beachtliches Vermögen besitzt, zu seinem Glück nur noch einer Frau bedarf.“ Das sagt Mrs. Bennet, eine Mutter von fünf Töchtern in Jane Austens Roman „Stolz und Vorurteil“ – und beschreibt damit perfekt die Handlung des Spiels „Liebe und Intrige“.

DÜSSELDORF. Inspiriert von den Romanen von Austen und den Bronte-Schwestern haben sich zwei bisher unbekannte Autorinnen – Ellen Maria Ernst und Kira Verena Samol – aufgemacht, ein Spiel zu entwickeln, in dem es mal nicht um Krieg, um Strategie oder Monster geht, sondern um Liebe, Flirt und Hochzeit

Nun gut, Liebe ist vielleicht nicht allzu viel im Spiel, Hochzeit dafür umso mehr. Denn wir befinden uns in der Rolle eben einer solchen Mrs. Bennet, die für ihre drei Töchter bitte schön ein paar gute Partien finden soll. Das ist per se gar nicht so schwer, denn Männer gibt es genug, man muss nur ein wenig suchen. Hier ein Spaziergang auf dem Boulevard, dort ein Besuch im Theater, schon ist die ein oder andere Bekanntschaft geknüpft.

Schnell hat sich die erste Tochter verliebt – nun gilt es, den Ansprüchen der Männer gerecht zu werden. Denn nicht immer ist die Tochter schön, gebildet oder angesehen genug, um als gute Partie zu gelten. Bildung und Ansehen bekommt man leicht im Theater, bei wohltätigen Arbeiten oder in anregenden Gesprächen. Schönheit – nun ja, da hilft nur ein Besuch beim Schneider.

Um einen Mann zum Heiraten zu bewegen ist noch etwas Arbeit vonnöten. Dreimal müssen wir ihn treffen, um ihn für uns zu gewinnen. Das ist weniger leicht als gedacht, denn an den üblichen Aufenthaltsorten der jungen Damen sind nur wenige Herren unterwegs. Bessere Chancen haben wir im Park oder sogar in der Spelunke – dort aber treibt sich der berüchtigte Casanova umher, und eine Begegnung mit ihm schadet dem Ansehen.

Noch schlimmer ist die Gefahr des Alkohols – schnell raubt sie uns unsere wertvolle Bildung. Treffen wir allerdings den richtigen Mann zum dritten Mal, und genügen wir auch noch seinen Ansprüchen, dann hat sich die Mühe gelohnt: Die Tochter ist unter der Haube. Haben wir am Ende alle drei Töchter mit ausreichend guten Partien verheiratet, haben wir beste Chancen, als Gewinner den Tisch zu verlassen.

„Liebe und Intrige“ ist vom Thema her mal wunderbar anders. Spielplan und Karten sind liebevoll gestaltet, die jungen Damen sind mit viel Ironie beschrieben: „sehr hübsch aber leider bildungsfern“ lautet da beispielsweise das nicht ganz positive Urteil. Allzu ernst sollte man die Handlung nicht nehmen – auch wenn sie für Mrs. Bennet fürchterlich ernst war.

Zugegeben, Vielspieler werden „Liebe und Intrige“ nicht mögen – das Spiel hat unbestritten Längen und auch nicht zu viel Interaktion. Doch an die richtet es sich auch gar nicht. Laut den Autorinnen soll es mal ein Spiel für Frauen sein. Das ist zu eng gefasst: Auch Männern macht es in der richtigen Runde richtig viel Spaß.

Liebe und IntrigeGoldsieber

2 - 4 Spieler ab 10 Jahren
ca. 60 Min
ca. 20 Euro

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