„Limbus infantium“
Papst erklärt Vorstellung einer „Vorhölle“ für überholt

dpa ROM. Nach Jahre langer Debatte hat Papst Benedikt XVI. die traditionelle katholische Vorstellung einer „Vorhölle“ (Limbus) für ungetaufte tote Kinder offiziell für überholt erklärt.

„Der Ausschluss von unschuldigen Kindern aus dem Paradies widerspricht der besonderen Liebe Christus für die Kleinen“, heißt es zur Begründung in einem vom Papst abgesegneten Dokument. Benedikt habe sich unter anderem wegen der weltweit hohen Zahl der Abtreibungen zu diesem Schritt entschlossen, berichteten italienische Medien am Samstag. Zudem würden immer mehr Kinder nicht getauft.

Die Vorstellung der „Vorhölle“ ist seit vielen Jahren vor allem unter europäischen Katholiken nicht mehr weit verbreitet. „Seit geraumer Zeit glaubt niemand in der Katholische Kirche mehr an den Limbus“, meinte die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Benedikt habe sich bereits in seiner Zeit als Glaubenspräfekt vor mehr als 20 Jahren kritisch geäußert.

Der Gedanke des „Limbus infantium“ stammt aus dem Mittelalter, wurde aber niemals Teil der offiziellen kirchlichen Lehre. Die Vorstellung des Limbus „verkörpert eine übermäßig Einschränkung der Heils“, heißt es zur Begründung in dem Dokument „Die Heils-Hoffnung der Kinder, die ungetauft sterben“ einer Internationalen Theologenkommission unter dem Vorsitz des Glaubenspräfekten Kardinal William Levada. Nach heutiger katholischer Überzeugung werden auch ungetaufte tote Kinder gerettet und erreichten das ewige Leben, heißt es in dem Dokument.

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