Literaturnobelpreisträger
Grass rät SPD von Großer Koalition ab

„Politisch feige“ nennt Günter Grass Merkel in der NSA-Spähaffäre. Der Literaturnobelpreisträger empfiehlt der SPD, auf eine Große Koalition zu verzichten – und stattdessen etwas ganz anderes auszuprobieren.
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LübeckDer Schriftsteller Günter Grass hält nichts von einer großen Koalition von CDU/CSU und SPD auf Bundesebene. „Ich kann der SPD und ihren Mitgliedern nur raten, nicht in diese große Koalition zu gehen“, sagte Grass in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Der Schriftsteller ist seit Jahrzehnten eng mit der Sozialdemokratie verbunden. Eine große Koalition wäre übermächtig, für die Opposition bestünden praktisch keine Chancen mehr, sagte Grass.
Das demokratische System drohe dann Schaden zu nehmen. Union und SPD würden in einer großen Koalition zudem mehr oder weniger ihr politisches Gesicht verlieren, „ohne dass etwas wegweisend Neues dabei herauskommt“. Grass nannte als Ausweg eine Minderheitsregierung von CDU/CSU, geduldet von SPD und Grünen.

In der NSA-Spähaffäre hielt Grass Bundeskanzlerin Angela Merkel vor, politisch feige zu sein. Die Amerikaner übertreten nach Meinung von Grass Gesetze im eigenen Interesse auch auf Kosten ihrer Verbündeten, während Merkel zurückzucke und nicht von der Souveränität Deutschlands Gebrauch mache.

„Die Kanzlerin schützt die Bürger nicht vor dieser Großbespitzelung“, kritisierte Grass. Er sprach sich dafür aus, dem früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden in Deutschland ein Aufenthaltsrecht einzuräumen mit entsprechenden Sicherheitsgarantien.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Der gute Günther hat scheinbar immer noch nicht kapiert, dass seine Ratschläger niemanden mehr interessiert. Das Handelsblatt sollte sich neue Ratgeber suchen.

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