Live Earth: Neun Konzerte weltweit übertragen
Stars rocken für Kampf gegen Klimawandel

Am Ende nahm der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore den zwei Milliarden Zuhörern des weltweiten Konzert-Spektakels ein „Live-Earth-Gelöbnis“ ab: Sie sollten schwören, Treibhausgase einzusparen sowie ihren Regierungen und Arbeitgebern solange Druck zu machen, bis sie mehr für eine Rettung der Erde tun.

HB EAST-RUTHERFORD. Zu den sieben Forderungen, die auf diese Weise untermauert wurden, gehörte ein internationaler Vertrag: Er müsse bis 2009 abgeschlossen werden und die Zusage der Industrienationen enthalten, ihre klimaschädlichen Emissionen um 90 Prozent zu reduzieren. Gore erhob am Samstagabend zum Abschluss der auf allen Kontinenten ausgerichteten Konzerte im Giants Stadium bei New York seine Hand zum Schwur: „In Zeiten wie diesen muss gehandelt werden“, rief er der Welt zu.

Vom australischen Sydney bis zur Copacabana in Rio der Janeiro rockten die Top-Stars der Musikszene rund um die Uhr vor etwa zwei Millionen Konzertbesuchern für den Kampf gegen den Klimawandel. Hamburg reihte sich am Nachmittag bei strömendem Regen und mit Künstlern wie Shakira, Snoop Dogg oder dem früher als Cat Stevens bekannten Yusuf Islam ein. Ihre Botschaft richte sich an all die Zweifler „da draußen“, sagte die Leadsängerin der Berliner Band Mia, Mieze Katz, vor den rund 30.000 Menschen, die Kälte und Nässe trotzten. „Live Earth, save the planet, say it proud“, wandelte Shakira den Refrain eines ihrer Lieder ab.

Nach dem Vorbild der für mehr Afrika-Hilfen werbenden Konzerte „Live Aid“ von 1985 und „Live 8“ von 2005 sollte „Live Earth“ ein mächtiges Signal aussenden, dass die Erderwärmung aufgehalten werden müsse: Die Welt brauche einen Weckruf, sagte Weltstar Madonna in London. Von den Konzerten werde sich wie eine Lawine das Bewusstsein ausbreiten, dass es höchste Zeit für den Kampf gegen den Klimawandel sei.

Die neun Konzerte wurden weltweit von Rundfunk- und Fernsehstationen übertragen und konnten gleichzeitig im Internet verfolgt werden. Schätzungen der Veranstalter zufolge erreichten die Musiker auf diesem Weg rund zwei Milliarden Menschen. Das Webportal MSN meldete noch vor Ende der Konzertreihe einen neuen Rekord von neun Millionen Klicks auf der Webseite, auf der das Spektakel gezeigt wurde. „Es ist faszinierend zu sehen, welch eine Begeisterung das Konzert auslöst“, sagte eine Sprecherin.

Gore ist mit seiner Initiative aber auch auf Kritik gestoßen. Während deutsche Medien die weltweite Mobilisierung mehrheitlich begrüßten, rechneten britische Tageszeitungen aus, wie viel Treibhausgase eine um den Globus tingelnde Künstlerin wie Madonna jährlich produziert: Hundert Mal mehr als der Durchschnittsbürger. Der Pop-Star ließ erklären, die Teilnahme an „Live Earth“ sei einer ihrer ersten Schritte, sich in Zukunft umweltbewusster zu verhalten.

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