Liveblog zum Germanwings-Absturz: Zwei-Personen-Regel im Cockpit soll kommen

Liveblog zum Germanwings-Absturz
Zwei-Personen-Regel im Cockpit soll kommen

Der Absturz der Germanwings-Maschine mit 150 Menschen an Bord ist vom Co-Piloten vorsätzlich herbeigeführt worden. Nun wollen die größten deutschen Fluggesellschaften die Zwei-Personen-Regel im Cockpit einführen.
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Der Sinkflug der abgestürzten Germanwings-Maschine ist absichtlich eingeleitet worden. Der allein im Cockpit zurückgebliebene Co-Pilot habe den Hebel dafür selbst betätigt, sagte der Marseiller Staatsanwalt Brice Robin. Er habe das Flugzeug offensichtlich zerstören wollen und sei bis zum Schluss bei Bewusstsein gewesen. Die Ereignisse rund um das Unglück können Sie in unserem Liveblog verfolgen.

+++ Auch Air France erwägt Änderung der Cockpit-Regeln +++

Mit der französischen Air France denkt eine der führenden Linien-Fluggesellschaften als Konsequenz aus dem Absturz der Germanwings-Maschine über die Besetzung in ihren Cockpits nach. Air France verfolge aufmerksam Entwicklung und Ergebnisse der juristischen und technischen Untersuchungen nach dem Unfall, heißt es in einer der dpa vorliegenden Erklärung der Fluggesellschaft. Die Frage der Anwesenheit einer zweiten Person im Cockpit sei ein wichtiges Thema.

+++ UNO fordert regelmäßige medizinische Spezialtests+++

Die UNO hat regelmäßige medizinische Spezialtests von Piloten gefordert. Diese Untersuchungen müssten sowohl die psychische als auch die körperliche Fitness der Piloten prüfen, erklärte die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) am Donnerstag. Die ICAO erklärte, die Untersuchungen müssten von Ärzten vorgenommen werden, die auf die besonderen gesundheitlichen Anforderungen im Luftverkehr spezialisiert seien. Falls die Ergebnisse Anlass zur Sorge gäben, müssten "noch speziellere" Untersuchungen stattfinden. Dann müssten auch neuropsychologische Checks in Erwägung gezogen werden.

+++ Ausgesperrter Pilot versuchte Tür mit Axt zu öffnen +++

Der ausgesperrte Pilot der verunglückten Germanwings-Maschine hat einem Bericht zufolge offenbar wenige Minuten vor dem Aufprall noch versucht, die Tür zum Cockpit mit einer Axt zu öffnen. Wie die "Bild"-Zeitung vom Freitag unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete, nutzte er dafür eine an Bord befindliche Notfall-Axt, um in das geschlossene Cockpit zurückzugelangen. "Zu der Sicherheitsausrüstung eines A320 gehört auch eine Axt", sagte eine Germanwings-Sprecherin der Zeitung. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA waren die Cockpit-Türen in Flugzeugen massiv verstärkt und mit einem Code versehen worden, um unbefugtes Personal fernzuhalten. Bis dahin war es möglich, die Türen im Notfall mit der Axt einzuschlagen.

+++ Größte deutsche Airlines ändern Cockpit-Regeln +++
Nach dem Absturz der Germanwings-Maschine in Frankreich ziehen die größten deutschen Fluggesellschaften Konsequenzen und wollen die Zwei-Personen-Regel im Cockpit einführen. Künftig soll sich kein Pilot während des Fluges mehr allein im Cockpit aufhalten dürfen, wie Matthias von Randow, der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstagabend sagte. Am Freitag solle die neue Zwei-Personen-Regelung mit dem Luftfahrt-Bundesamt besprochen werden. Die Airlines wollen das neue Vorgehen unverzüglich umsetzen. Das betreffe etwa den Lufthansa-Konzern, Air Berlin, Condor und TuiFly. Darauf habe sich der Verband mit den Mitglieds-Airlines am Donnerstag nach den jüngsten Erkenntnissen zum Absturz in Südfrankreich verständigt.

+++ Suche mit Einbruch der Dunkelheit unterbrochen +++
Mit Einbruch der Dunkelheit ist am Donnerstagabend die Bergung der Opfer des Germanwings-Absturzes in den französischen Alpen unterbrochen worden. Bis in die Dämmerung hinein waren noch Hubschrauber gestartet und gelandet. Rund 50 bis 70 Experten waren den ganzen Tag an der Absturzstelle des Airbus A320 der Lufthansa-Tochter Germanwings im Einsatz, auch um den zweiten Flugschreiber zu suchen. Fünf Spezialeinsatzkräfte sollten auch in dieser Nacht die Absturzstelle sichern.

+++ Fluggesellschaften verschärfen Cockpit-Regeln +++
Wegen des offenbar absichtlich herbeigeführten Absturzes eines Germanwings-Airbus verschärfen mehrere Fluggesellschaften ihre Cockpit-Regeln. Dies kündigten am Donnerstag Air Berlin, der Lufthansa-Partner Air Canada sowie die Billigflieger easyJet und Norwegian Air Shuttle an. Bei diesen den Flügen dieser Firmen müssen sich künftig immer zwei Personen vorn in der Maschine aufhalten. Infrage kommt etwa ein Flugbegleiter, wenn einer der beiden Piloten das Cockpit für eine Toilettenpause verlässt. Die Germanwings-Mutter Lufthansa lehnte eine Änderung der Regeln zunächst ab.

+++ Flugbegleiter setzen Tarifverhandlungen aus +++
Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo setzt wegen des Absturzes alle Tarifverhandlungen mit der Lufthansa vorerst aus. „Wir sind entsetzt und fassungslos - aber vor allem fühlen wir mit den Angehörigen der ums Leben gekommenen Passagiere und unserer Kollegen“, sagt Ufo-Chef Nicoley Baublies.

+++Merkel spricht von „schier unfassbarer Tragödie“+++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den wohl durch den Co-Piloten Andreas L. herbeigeführten Germanwings-Absturz als Tragödie von schier unfassbarer Dimension verurteilt. „So etwas geht über jedes Vorstellungsvermögen hinaus“, sagte Merkel in Berlin. Die Kanzlerin versprach, die Bundesregierung und die deutschen Behörden würden alles Erdenkliche tun, um die Ermittlungen zu unterstützen. „Wir kennen noch nicht alle Hintergründe.“ Deshalb bleibe es so wichtig, dass jeder Aspekt weiter gründlich untersucht werde.

+++ Passagier: „Habe noch nie Stewardess weinen sehen“ +++
Die Nachricht vom willentlich herbeigeführten Absturz der Germanwings-Maschine durch einen Co-Piloten hat bei den Mitarbeitern der Lufthansa-Tochter für Fassungslosigkeit gesorgt: „Ich habe noch nie eine Stewardess weinen sehen, diesmal schon“, berichtet ein Germanwings-Passagier, der am Donnerstag von Köln nach London geflogen ist, gegenüber Handelsblatt Online.

+++Pilotengewerkschaft zweifelt an Selbstmord-Theorie+++

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat vor vorschnellen aus den bisherigen Ermittlungsergebnissen zum Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen gewarnt. „Wir waren geschockt, als wir die neuen Erkenntnisse über den Absturz gehört haben. Allerdings handelt es sich hierbei um eine ersten Zwischenbericht. Viele Fragen sind noch offen“, sagte VC-Sprecher Jörg Handwerg dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Woran macht man beispielsweise fest, dass der Sinkflug vorsätzlich eingeleitet wurde?“, fragte Handwerg. „ Aus unserer Sicht sind noch andere Möglichkeiten als Vorsatz denkbar. Selbst der Staatsanwalt hat nicht von Suizid gesprochen.“ So wisse man zum Beispiel noch nichts über den technischen Zustand des Flugzeugs. „Deshalb brauchen wir eine Auswertung des Flugdatenschreibers.“


+++Wohnungsdurchsuchung hat begonnen+++

Ermittler haben mit der Durchsuchung der Düsseldorfer Wohnung von Andreas L. begonnen. Der 27-Jährige soll die Germanwings-Maschine mit weiteren 149 Menschen an Bord am Dienstag vorsätzlich zum Absturz gebracht haben. Mehrere Ermittler betraten nun das Haus am Stadtrand. Sie suchen nach Hintergründen für die Tat des Co-Piloten.

+++Auswärtiges Amt meldet 75 deutsche Todesopfer+++

Bei dem Absturz der Germanwings-Maschine sind nach neuen Informationen 75 Deutsche ums Leben gekommen. Dies teilte das Auswärtige Amt am Donnerstag mit. Bislang war man von mindestens 72 getöteten Bundesbürgern ausgegangen. Insgesamt starben 150 Menschen.

+++Wohnung des Co-Piloten soll durchsucht werden+++

Französische Staatsanwälte haben die Ermittler in Düsseldorf um Rechtshilfe im Fall der abgestürzten Germanwings-Maschine gebeten. Das bestätigte die Düsseldorfer Polizei. Vor der Wohnung des Co-Piloten Andreas L. am Stadtrand von Düsseldorf war am Donnerstag die Polizei präsent. Ermittlerkreisen zufolge wird die Durchsuchung des Wohnsitzes vorbereitet. Den Wohnsitz des Piloten in Montabaur – dort steht das Haus seiner Eltern – war von der Polizei weiträumig abgeriegelt worden.

+++Erste europäische Airline ändert Vorschriften+++

Die Fluglinie Norwegian Air Shuttle hat als Konsequenz der Germanwings-Tragödie ihre Sicherheitsvorschriften geändert. Künftig müsse das Cockpit immer von mindestens zwei Menschen besetzt sein, erklärte am Donnerstag ein Vertreter der drittgrößten europäischen Billigfluglinie. „Es kann das Cockpit nur verlassen werden, wenn noch zwei Menschen darin bleiben“, sagte Thomas Hesthammer der Nachrichtenagentur AFP. In Deutschland appelliert der für Verkehr zuständige Unionsfraktionsvize Arnold Vaatz an alle deutschen Airlines, freiwillig und unverzüglich eine Zwei-Personen-Regel in Cockpits umzusetzen. Jörg Handwerg von der Pilotengewerkschaft Cockpit sagte dazu: „Wir halten nichts von Schnellschüssen aus der Politik. Eine Stewardess im Cockpit bietet auch keinen hundertprozentigen Schutz vor Aussperrung des Piloten.“ Daher sollten sich die Politiker „davor hüten, übereilte Maßnahmen einzuführen, die sich hinterher als nicht wirklich hilfreich erweisen“.

+++„Es ist noch viel, viel schlimmer, als wir gedacht haben“+++

Schulleiter Ulrich Wessel vom Joseph-König-Gymnasiums in Haltern ist schockiert angesichts der Ermittlungsergebnisse. „Es ist noch viel, viel schlimmer, als wir gedacht haben. Es macht uns wütend, ratlos und fassungslos“, sagt Wessel. 16 seiner Schüler und 2 Lehrerinnen sind bei dem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Auch Halterns Bürgermeister Bodo Klimpel ist entsetzt: „Ich frage mich, wann der Albtraum endlich aufhört.“

+++„Wir wählen unser Cockpitpersonal sehr sorgfältig aus“+++

Lufthansa-Chef Carsten Spohr sagt, er sei fassungslos angesichts der Ermittlungsergebnisse in Frankreich. Er spricht von einer tragischen Wende. Der Schock sitze tief. „Wir wählen unser Cockpitpersonal sehr sorgfältig aus“, sagt Spohr auf der Pressekonferenz in Köln. Er spricht seinen Piloten das Vertrauen aus, es seien die besten der Welt. Man habe es „mit einem schrecklichen Einzelfall zu tun“. Und weiter: „Kein System der Welt kann ein solches Einzelereignis ausschließen.“ Das Thema Sicherheit stehe bei der Lufthansa ganz oben, sagt Konzernchef Carsten Spohr. „Es galt immer die Regel, Safety ist Nummer Eins, und dass das gerade uns passiert, tut uns sehr, sehr leid.“

+++Beweggründe des Copiloten bleiben unklar+++

Was den Copiloten zu seiner Tat bewegt hat, ist laut Carsten Spohr noch unklar: „Wir können wenige Stunden nachher über Motive nur spekulieren.“ Seine Ausbildung hat der Copilot vor sechs Jahren unterbrochen. Das sei aber nicht unüblich. Den Grund hierfür deutete der Lufthansa-Chef nur insofern an, indem er sagte, dass es in Deutschland eine ärztliche Schweigepflicht gebe. Später habe er alle Eignungen für die Fortsetzung der Ausbildung nachgewiesen. „Er war 100 Prozent flugtauglich. Ohne jede Auffälligkeit.“

+++Nach Ausbildung keine psychologische Untersuchungen mehr+++

Es gibt einmal im Jahr eine medizinische Untersuchung, explizite psychologische Untersuchungen gibt es nach der Ausbildung nicht mehr, sagt Carsten Spohr. „Es gibt ein viele Jahrzehnte erprobtes Auswahlverfahren, dem auch eine psychologische Auswahl obliegt.“ Interviews von Freunden und Familien der Auszubildenden gibt es nicht.


+++Weiter Vertrauen in die Piloten+++

„Wir werden uns hinsitzen und sehen: Was können wir besser machen bei der Ausbildung?“, sagte Spohr. Das Unglück könne jedoch nicht sein Vertrauen in seine Piloten erschüttern. „Trotz dieses fürchterlichen Einzelfalles haben ich und meine Kollegen im Vorstand und bei der Germanwings festes Vertrauen in dieses seit Jahren erprobte Verfahren.“

+++Tür lässt sich von innen verschließen+++

Lufthansa-Chef Carsten Spohr äußert sich auch zur verschlossenen Cockpit-Tür: Für den Fall der Bewusstlosigkeit gebe es einen eigenen Code und dann ein Klingelzeichen. Wenn danach keine Antwort komme, gehe die Tür auf. Der Kollege im Cockpit könne dies durch Umstellen des Schalters auf Lock verhindern. Dann sei die Tür für fünf Minuten verschlossen. „In Amerika ist es so, dass, wenn ein Pilot das Cockpit verlässt, ein anderes Crewmitglied ins Cockpit muss. Bei uns ist das nicht so.“ Er sehe nicht die Notwendigkeit, das zu ändern. Es handle sich hier um einen Einzelfall.

+++Co-Pilot leitete absichtlich den Sinkflug ein+++

Der Co-Pilot Andreas L. hat die Zerstörung des Flugzeugs bewusst eingeleitet. Das ist die Interpretation der Ermittler der Staatsanwaltschaft Marseille nach Auswertung des Stimmenrekorders. Er habe keinen Grund gehabt, die Germanwings-Maschine um 1000 Meter pro Minute sinken zu lassen. Und er habe keinen Grund gehabt, nicht auf Kontaktaufnahmen zu reagieren. „Man hört nur sein Atmen, er hat kein Wort gesprochen“, sagt Staatsanwalt Brice Robin. Der Absturz wurde vom Co-Piloten vorsätzlich herbeigeführt. „Wir müssen von willentlicher Tötung ausgehen.“

+++Kein Hinweis auf Terrorhintergrund+++

Laut Staatsanwaltschaft Marseille gibt es bisher keinen Hinweis auf einen terroristischen Hintergrund. „Nichts erlaubt es zu sagen, dass es sich um einen Terroranschlag handelt.“ Der Co-Pilot sei nicht als Terrorist erfasst. Auch Bundesinnenminister Thomas de Maiziere bestätigte das. Die deutschen Sicherheitsbehörden hätten bereits am Tag des Absturzes routinemäßig in den Informationenssystemen von Polizei und Nachrichtendiensten eine Abfrage vorgenommen, um die Besatzung mit Blick auf mögliche terroristische Verbindungen zu überprüfen. „Wir haben alle überprüft.“ Die Ergebnisse seien allesamt negativ ausgefallen. Dies betreffe auch den Copiloten, sagte de Maizière.

+++ „Er hat bewusst sich geweigert, die Tür zu öffnen“+++

Nachdem der Pilot das Cockpit verlassen hatte, wurde die Tür verschlossen, die sich nur von innen öffnen lässt. „Man hört dann, dass der Pilot wieder ins Cockpit will“, sagt der Staatsanwalt. Er habe sich über die Kabinensprechanlage gemeldet, dann seien heftige Schläge gegen die gepanzerte Tür zu hören gewesen – doch es habe keine Reaktion gegeben. „Es wurde kein Notruf abgesetzt.“

+++Sinkflug lässt sich nicht versehentlich auslösen+++

Das Sinkflugmanöver lässt sich nur ganz bewusst auslösen, teilt die Staatsanwaltschaft Marseille mit. Es müssen mehrere Handgriffe vorgenommen werden.

+++Nach dem Start noch gescherzt+++

30 Minuten Material wurden von den Ermittlern ausgewertet. „In den ersten 20 Minuten haben sich die Piloten ganz normal unterhalten, sie haben auch Witze gemacht“, berichtet Staatsanwalt Brice Robin. Dann habe der Pilot das Briefing für die Landung in Düsseldorf vorbereitet. Der Co-Pilot sei dabei sehr einsilbig gewesen. Anschließend habe der Pilot seinen Sitz zurückgeschoben das Cockpit verlassen, um auf Toilette zu gehen.

+++ Co-Pilot noch nicht lange bei Germanwings+++

Der 27-jährige Co-Pilot Andreas L., der den Absturz herbeigeführt hat, war seit 2013 bei Germanwings beschäftigt. Der Mann aus dem rheinland-pfälzischen Montabaur hatte bis zu dem Absturz 630 Flugstunden absolviert. Laut der Bürgermeisterin der Stadt hat er bei seinen Eltern in Montabaur gewohnt und auch einen Wohnsitz in Düsseldorf gehabt.

+++Passagiere bemerkten drohende Katastrophe „im allerletzten Moment“+++

Die Insassen der Germanwings-Maschine haben den bevorstehenden Absturz erst „im allerletzten Moment“ bemerkt. Dies sagte der Staatsanwalt von Marseille, Brice Robin, am Flughafen Marignane. Das sei der Aufzeichnung des Stimmenrekorders zu entnehmen.

+++Nur ein Germanwings-Pilot im Cockpit+++

Zum Zeitpunkt des Unglücks befand sich nach Angaben der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft nur ein Pilot im Cockpit. „Einer war im Cockpit und der andere eben nicht“, sagte Staatsanwalt Christoph Kumpa. Er könne allerdings nicht sagen, ob sich der Kapitän oder sein Copilot im Cockpit aufgehalten habe. Weitere Informationen werde es von seiner Behörde auf absehbare Zeit nicht geben. Die „New York Times“ und AFP hatten zuvor unter Berufung auf einen Ermittler berichtet, einer der Piloten habe das Cockpit vor dem Absturz verlassen und die Tür bei seiner Rückkehr nicht mehr öffnen können. Daraufhin habe er versucht, die Tür einzutreten – dies ließen zumindest die Geräusche auf der Aufnahme des Stimmenrekorders vermuten. Gleich äußern sich die französischen Ermittler bei einer Pressekonferenz in Marseille.

+++Bergung dauert noch lange+++
Die Bergung und Identifizierung der Opfer könne mehrere Wochen dauern, sagte der zuständige Staatsanwalt Brice Robin.

+++Angehörige dürfen nicht bis zur Absturzstelle+++

Für die Angehörigen von Opfern des Flugzeugabsturzes in den französischen Alpen gibt es nach Angaben der Behörden keine Möglichkeit, an den Ort der Katastrophe zu gelangen. „Das ist nicht möglich, das ist viel zu gefährlich“, sagte am Donnerstag der Unterpräfekt von Aix-en-Provence, Serge Gouteyron, der Deutschen Presse-Agentur. Zusammen mit der Polizei und Helfern vor Ort bereitete er die Ankunft von Angehörigen in Le Vernet vor. Diese Siedlung liegt in unmittelbarer Nähe der Absturzstelle.

+++Zufahrtswege in französischen Alpen abgeriegelt+++

Nach dem Germanwings-Absturz in den französischen Alpen sind die Zufahrten in Richtung Unglücksort gesperrt worden. Die Gendarmerie riegelte am Donnerstag die Wege in die Täler ab. Es soll wohl verhindert werden, dass Unbefugte zur Absturzstelle in unwegsamem Gelände steigen.

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  • >> Co-Pilot leitete absichtlich den Sinkflug ein >>

    Das ist alles erstmal nur Theorie !

    Genau so hätte es auch sein können, dass die Elektronik im Flieger versagt hat, die Türentriegelung dadurch nicht funktioniert hat und das automatische Flugsystem den Sinkflug eingeleitet hat.

    Das Unglück auf menschliches Versagen zu schieben ( ob mit Absicht oder nicht ist sekundär ) liegt en erster Linie im Interesse der Fluggesellschaft und des Flugzeugbauers ( KOSTEN ).

    Irgendwie ist die Theorie mit dem Suizid zu schnell propagiert worden. Und der Mainstream ist komplett darauf abgefahren.

    Bei MH17 doktert man schon ein Jahr herum....und weiß immer noch nichts !

    Sehr seltsam das Ganze .

  • Fakt bleibt: Hätte ein anderes Crewmitglied neben dem Co-Piloten gesessen, während der Pilot das Cockpit verließ, wären 150 Menschen sehr wahrscheinlich noch am Leben. Also was ist die logische Konsequenz?

  • "Nur weil Atemzüge auf dem Band zu hören waren bedeutet es ja nicht das der Co auch bei Bewusstsein war. "
    Klar, der ist dann bewusstlos zusammen gebrochen und ist dabei so ungluecklich gefallen das die Cockpittuer versperrt und der Sinkflug eingeleitet wurde. Die Atemgerausche sind auch nur vorgetauscht. So muss es gewesen sein, voellig logische Erklaerung.

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