L'Oréal-Milliardärin Bettencourt: Prozess zur Finanzaffäre beginnt

L'Oréal-Milliardärin Bettencourt
Prozess zur Finanzaffäre beginnt

Mehrere Vertraute sollen die Gutmütigkeit der L'Oréal-Milliardärin Bettencourt ausgenutzt und sie um mehrere Millionen erleichtert haben. Am Montag beginnt der Prozess. Auch ein Ex-Präsident wird verdächtigt.
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ParisDie Affäre erschütterte die Republik, selbst Frankreichs damaliger Präsident Nicolas Sarkozy war verwickelt: Jetzt beginnt in Bordeaux der erste Prozess zur weitverzweigten Finanzaffäre um die greise L'Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt, der Vertraute, Anwälte, Notare, Vermögensverwalter und Politiker das Geld aus der Tasche gezogen haben sollen. Wegen des Vorwurfs der „Ausnutzung der Schwäche“ der heute 92-Jährigen sowie unter anderem wegen Begünstigung müssen sich ab Montag insgesamt zehn Angeklagte vor Gericht verantworten.

Ab dem Jahr 2010 stand der damalige konservative Staatschef Sarkozy selbst im Verdacht, Teil eines skrupellosen Zirkels gewesen zu sein, der die reichste Frau Frankreichs um Millionenbeträge erleichtert haben soll. Damals gab es im Sommer die ersten Medienberichte, dass Gelder illegal für die Wahlkampagne Sarkozys von 2007 aus dem Hause Bettencourt gekommen seien. Im Wahlkampf 2012, den Sarkozy letztlich gegen seinen sozialistischen Herausforderer François Hollande verlor, kochte die Affäre immer wieder hoch.

Der Paukenschlag kam aber vor allem, nachdem der Ex-Präsident seine Immunität nach seiner Abwahl verloren hatte: Die Untersuchungsrichter sahen im März 2013 genug Anhaltspunkte für ein formelles Ermittlungsverfahren, das gegen Sarkozy eingeleitet wurde. Erst im Oktober 2013 konnte der Vollblutpolitiker, der derzeit als Chef seiner konservativen Partei UMP die Rückeroberung des Elysée-Palasts anstrebt, aufatmen: Das Ermittlungsverfahren wurde aus Mangel an Beweisen eingestellt, es kam nicht zur Anklage gegen ihn.

Anders ist dies für Sarkozys Ex-Minister und einstigen UMP-Schatzmeister Eric Woerth. Er steht ab Montag unter anderen mit Bettencourts früherem Vermögensverwalter Patrice de Maistre im südwestfranzösischen Bordeaux vor Gericht. Woerth soll über de Maistre Geld von der alten Dame eingestrichen haben, die medizinischen Gutachten zufolge schon ab September 2006 an Demenz litt. Woerth drohen bis zu fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe von 375.000 Euro. De Maistre soll zudem selbst mehr als fünf Millionen Euro von der Erbin des Kosmetikkonzerns L'Oréal kassiert haben.

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Bettencourt-Affäre: 2007 ins Rollen gebracht

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