Loriot war für "Auslegeware"
"Habseligkeiten" ist schönstes deutsches Wort

Das "schönste deutsche Wort" ist "Habseligkeiten". In einem entsprechenden internationalen Wettbewerb schaffte "Lieben" nur Platz drei.

HB BERLIN. Der Internationalen Wettbewerb "Das schönste deutsche Wort" ist entschieden: Wie der Deutsche Sprachrat am Sonntag mitteilte, wurde der Begriff "Habseligkeiten" zum schönsten Wort der deutschen Sprache gewählt. In der Jury saßen unter anderem Jutta Limbach, die Präsidentin des Goethe-Instituts und Vorsitzende des Deutschen Sprachrats, der Sänger Herbert Grönemeyer, Autor Uwe Timm und Filmregisseur Joseph Vilsmaier.

Auf dem zweiten Platz landete das Wort "Geborgenheit", "lieben" erreichte Platz drei. Für die Entscheidung der Juroren war nicht die Häufigkeit der Nennung eines Wortes von Bedeutung, sondern die Begründung, die zu jedem Wort mitgeliefert werden musste.

So hieß es in der Begründung zum Siegerwort, "Habseligkeiten" bezeichne mit einem "freundlich-mitleidigen Unterton" die Besitztümer etwa eines Kindes oder eines Obdachlosen. Dabei lasse es den Eigentümer der Dinge "sympathisch und liebenswert" erscheinen. Lexikalisch verbinde das Wort zwei Bereiche des Lebens: den irdischen Besitz und die im irdischen Leben unerreichbare Seligkeit. Diese Spannung bringe den Leser des Wortes dazu, dem Besitzer der "Habseligkeiten" positive Gefühle entgegenzubringen. Die Liebe zu den kleinen, wertlosen Dingen werde als "Voraussetzung zum Glück" aufgefasst.

Die Präsidentin des Goethe-Instituts, Limbach, sagte, vor allem die Einsendungen aus dem Ausland hätten gezeigt, "dass wir Deutschen offenbar Weltmeister im Erfinden gefühlsbetonter Wörter wie Weltschmerz, Heimweh und Fernweh sind - Wörter, für die es in vielen Sprachen keine Entsprechung gibt".

Zu dem Wettbewerb hatten der Deutsche Sprachrat und das Goethe-Institut aufgerufen. 22.838 Wörter nebst Begründungen waren aus über 100 Ländern eingegangen, darunter Worte wie Geheimratsecken, Kichererbse, nichtsdestotrotz, Sommerfrische, Heimat, Glück, Sehnsucht, Streicheleinheit, Feierabend, Doppelhaushälfte und Frau. Auch Prominente hatten ihren Favoriten genannt. So plädierte etwa Loriot für Auslegeware.

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