Loriots Sketch-Partnerin
Evelyn Hamann ist tot

Evelyn Hamann in der Nacht zum Montag im Alter von 65 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit im Kreis ihrer Angehörigen gestorben. Das teilten engste Freunde der Deutschen Presse-Agentur dpa mit. Sie war Loriots Sketch-Partnerin und als Sekretärin Adelheid eine der beliebtesten deutschen Seriendarstellerinnen.

HB HAMBURG. Evelyn Hamann lebte zuletzt zurückgezogen in Hamburg. Über ihr Privatleben ist wenig bekannt. Sie war ein Mal verheiratet und lebte zurückgezogen im Hamburger Stadtteil Eppendorf. Interviews gab sie kaum. Auch vor ihrem 65. Geburtstag am 6. August mied sie den Kontakt zur Öffentlichkeit. Altmeister Vicco von Bülow alias Loriot schwärmte noch vergangene Woche in Berlin von ihr: „Sie war tatsächlich fabelhaft“.

Die berühmteste Szene mit Loriot und Hamann war der „Nudel-Sketch“ im Restaurant: Als Fräulein Hildegard starrte Hamann gebannt und mit todernster Miene auf das Stück Pasta, das hartnäckig im Gesicht ihres Gegenübers klebte. Doch der achtete nicht auf ihre Hinweise und suchte stattdessen das intensive Gespräch mit ihr: „Bitte sagen Sie jetzt nichts, Hildegard“.

Im Fernsehen war Hamann, die ein Mal verheiratet war, zuletzt in der populären ARD-Serie „Adelheid und ihre Mörder“ zu sehen. In der Titelrolle als Sekretärin Adelheid spürte sie Mörder auf, die ihre Vorgesetzten nicht schnappen konnten. Die Serie startete 1993 und wurde im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks produziert. Sechs Staffeln wurden ausgestrahlt.

Evelyn Hamann stammte aus einer Hamburger Musikerfamilie. Der Vater Bernhard Hamann war Geiger, Konzertmeister des NDR- Sinfonieorchesters und Gründer des Hamann-Quartetts, die Mutter war Sängerin und Musikpädagogin, ihr Bruder Gerhard war Professor für Violoncello an der Musikhochschule Trossingen.

Nach der Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg begann Hamann ihre Karriere auf der Bühne. Sie übernahm kleinere Rollen am Hamburger Thalia Theater, ab 1968 wurde sie in Göttingen, Heidelberg und Bremen engagiert.

Hamann wurde für ihre Leistungen mehrfach ausgezeichnet. Allein die Goldene Kamera der Illustrierten „Hörzu“ erhielt sie drei Mal im Zehn-Jahres-Rhythmus. 1977, 1987 und 1997. Außerdem ehrte sie RTL 1997 mit dem Goldenen Löwen. Im gleichen Jahr bekam Hamann den Bayerischen Fernsehpreis als beste Seriendarstellerin - in „Adelheid und ihre Mörder“.

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