Los Angeles
Amokläufer schoss wohl aus Wut über Behörde

Ein Mann holt am Flughafen von Los Angeles ein Gewehr aus dem Rucksack und schießt los, ein Mensch stirbt, fünf sind verletzt. Ein Schreiben in seinem Rucksack gibt nun Hinweise auf die Motive.
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Los Angeles Wohl aus Wut über die Flugsicherheitsbehörde der USA hat ein 23-jähriger Mann im Airport von Los Angeles um sich geschossen und einen Sicherheitsbeamten getötet. Es gab mindestens fünf Verletzte. Darunter waren zwei weitere Sicherheitsleute und der Schütze, der von mehreren Schüssen getroffen und festgenommen wurde, wie die Polizei am Freitagabend (Ortszeit) mitteilte.

Im Flughafen und im Luftverkehr der USA brach nach dem Zwischenfall Chaos aus. Insgesamt sollen 1550 Flüge und 167 000 Passagiere betroffen gewesen sein, wie die Flughafenverwaltung mitteilte. Der gesamte Flugplan kam ins Rutschen, nachdem 86 ankommende Flüge zu anderen Airports umgeleitet wurden. US-Präsident Barack Obama drückte den Angehörigen des Toten und der verletzten Sicherheitsbeamten sein Mitgefühl aus.

Der 23-jährige Paul Ciancia aus New Jersey soll nach Angaben der Flughafenpolizei Freitagmorgen um 09.20 Uhr (Ortszeit) mit einem halbautomatischen Gewehr und 150 Schuss Munition in das Terminal 3 des Flughafens gekommen sein und das Feuer eröffnet haben. Hinweise auf sein Motiv fand man nach Angaben aus Polizeikreisen in einem handschriftlichen Pamphlet in seinem Rucksack.


Darin heiße es, er wolle Mitarbeiter der Verkehrssicherheitsbehörde TSA und „Schweine“ töten. Die TSA war nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 gegründet worden. Der Notiz des Amokläufers sei zu entnehmen gewesen, dass er seine Rechte durch TSA-Durchsuchungen verletzt gesehen habe, hieß es weiter. Es handele sich um einen „vergrätzten Patrioten“, der wütend über Heimatschutzministerin Janet Napolitano gewesen sei.

Der Vater des 23-jährigen hatte sich etwa zur Tatzeit an der Ostküste an die Polizei von New Jersey gewandt und auf eine SMS hingewiesen, in der sein Sohn mit Selbstmordabsichten äußerte. Diese soll an eines seiner Geschwister gegangen sein. Daraufhin sei die Polizei in Los Angeles alarmiert worden, die einen Streifenwagen zur Wohnung von Ciancia geschickt habe. Zimmergenossen erklärten, sie hätten ihn zuletzt am Donnerstag gesehen und es gehe ihm gut.

Flughafenpolizeichef Patrick Gannon sagte, der Amokläufer habe sein Sturmgewehr aus seinem Rucksack geholt und zu schießen begonnen. Er habe auf einen Kontrollpunkt gefeuert, an dem ein Sicherheitsbeamter die Dokumente der Fluggäste prüft. Beamte hätten das Feuer erwidert und den Mann festgenommen. „Wie man sich vorstellen kann, brach wegen dieses Vorfalls großes Chaos aus“, sagte Gannon.

Er habe mehr als ein Dutzend Schüsse gehört, sagte Augenzeuge Brian Keech. Ein anderer, Ben Rosen, sagte, er habe Menschen in alle Richtungen fortlaufen gesehen, andere hätten sich niedergekauert. Er selbst habe sich auf den Boden gelegt. Andere Reisende beschrieben chaotische Szenen bei der Evakuierung des Terminals.


Der Flughafen in Los Angeles ist der drittgrößte in den USA. Terminal 3 wird von den Fluggesellschaften Virgin America, AirTran, Alaska Airlines, Horizon Air, JetBlue, Virgin Australia und anderen genutzt. Es blieb am Freitag geschlossen.

Vor mehr als zehn Jahren hatte es schon einmal am Flughafen LAX gegeben. Am 4. Juli 2002 eröffnete der Fahrer einer Limousine das Feuer am Schalter der Fluggesellschaft El Al. Zwei Personen starben, der Attentäter wurde ebenfalls getötet.

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